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Wedel-Schulauer Tageblatt

19. Oktober 2017 | 00:53 Uhr

Ausstellung : Ist das Kunst oder kann das weg?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Werke aus Treibgut sowie Bildhauerei und Ölgemälde sind in der Galerie Cavissamba zu sehen.

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2017 | 14:00 Uhr

Haselau | „Nichts vielleicht. Vielleicht alles.“ Diesen Ausspruch des Malers Paul Cézanne wählte Leni Rieke als Leitmotiv für die erste Ausstellung des Jahres in ihrer Galerie Cavissamba. Hat der Bestseller-Titel „Ist das Kunst oder kann das weg?“ sie dazu inspiriert? Die Galeristin will das nicht ausschließen. Gemälde und Plastiken füllen die Wände im Hause und den Garten ihres zauberhaften Anwesens in der Haseldorfer Chaussee und die Spannung zwischen Kunst und unscheinbar Herumliegendem ist eines der Themen dieser Schau.

Zur Vernissage waren alle vier ausstellenden Künstler gekommen. Sie stellten sich bereitwillig den Fragen der Kunstliebhaber. Was aber, wenn Nike Helmers-Bolhuis, Gudrun Probst, Moses Dzirutwe und Lutz Felgner nicht mehr da sind, um Auskünfte über ihre Arbeiten zu geben? Die Galeristin hatte vorgesorgt. Sie hat alle vier interviewt und diese höchst aufschlussreichen Gespräche zu einem Videoprogramm verarbeitet. Das können Riekes Galeriebesucher sich jederzeit zu Gemüte führen.


Treffpunkt für Kulturfreunde

Seit vier Jahren betreibt die Fotografin ihre Galerie im Schatten des Haselauer Kirchturms. „Cavissamba“, das heißt „herzlich willkommen”. Den ganzen Sommer lang ist dies ein einladender Treffpunkt für Kunstfreunde. „In diesem Jahr bin ich spät dran mit meiner ersten Ausstellung“, räumt Rieke ein. Viele ungeduldige Anfragen habe sie deshalb erhalten. Umso glücklicher sei sie, die ganz unterschiedlichen Arbeiten der vier Künstler zusammenzubringen, denn sie entfalten überraschende Gemeinsamkeiten.

Das beginnt mit dem verarbeiteten Material. Gudrun Probst ist dafür bekannt, gesenkten Hauptes und mit einem Beutel in der Hand am Elbufer entlangzustreifen und Treibgut zu sammeln. Mit Ton macht sie die Fundstücke zu charaktervollen Skulpturen. Auch verrostete Eisenteile und Scherben finden ihren sinnvollen Platz.

Auch Lutz Felgner lässt sich von Treibgut inspirieren, aber eher von dem natürlichen Ursprungs: Pflanzen, Zweige, Äste, Baumstämme. „Die Natur ist der größte Künstler und mein Vorbild“, schwärmt er. Felgner schafft aus dem Abfälligen in expressiver Weise immer wieder Neues. Volker Nöhrenberg assistierte ihm während der Vernissage.


Fabelwesen aus grünem Marmor

Moses Dzirutwe aus Simbabwe ist eher der klassische Bildhauer. Hammer, Meißel, Raspel und Feile sind seine Werkzeuge, Serpentinit, auch als grüner Marmor bekannt, ist sein bevorzugtes Rohmaterial. Bei der Arbeit lässt Dzirutwe sich ohne viel Planung von seiner Inspiration leiten. Seine im Garten ausgestellten Werke könnten exotische Fabelwesen sein.

Die Holländerin Helmers-Bolhuis zeigt Ölgemälde. Sie experimentiert mit Farben und Formen und unterschiedlichsten Materialien. So entstehen gegenständliche und auch abstrakte Bilder und Collagen. Durch ihre Kunst möchte sie „der Natur in unserer Vorstellung Ewigkeit verleihen“, offenbarte die Holländerin.

Die Ausstellung läuft bis zum 25. Juni. Die Galerie in der Haseldorfer Chaussee 45 ist freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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