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Vattenfalls Mega-Bauprojekt : Ist das Gaskraftwerk in Wedel viel zu teuer?

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der Standort in Hamburg-Stellingen ist laut Gutachten 170 Millionen Euro günstiger als die Pläne für Wedel.

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2015 | 12:47 Uhr

Wedel | Im Ringen um den Bau eines Gaskraftwerks für Hamburgs Fernwärme stellt ein Gutachten den Standort Wedel erheblich in Frage. Galt das Gelände des alten Kohlekraftwerks bisher als die wirtschaftlichste Lösung für das Halbmilliarden-Euro-Projekt, äußern Fachleute daran nun Zweifel. Die Gutachter Rabenstein/Ederhof schlussfolgern: Der Alternativ-Standort in Hamburg-Stellingen wäre bis zu 170 Millionen Euro günstiger.Die Umweltgruppe Hamburger Energietisch forderte Konsequenzen: „Der Senat muss die Fakten zur Kenntnis nehmen. Dem Standort Stellingen ist der Vorzug zu geben.“

2012 hatten Hamburg und Betreiber Vattenfall Wedel für das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) als Nachfolger des Kohlemeilers ausgewählt. Begründung: Die Kosten lägen dort 100 Millionen Euro niedriger. Die aktuelle Studie bewertet vor allem die standortabhängigen Kosten für Wedel deutlich höher als 2012. Statt 30 Millionen Euro fielen dafür 241 Millionen an (Stellingen: 103 Millionen). Hauptgründe seien die Kontamination des Erdreichs sowie erhebliche Einschränkungen während der Bauphase aufgrund der nahen Wohnbebauung. Werde in Stellingen ein GuD gebaut, betrage der Vorteil 140 Millionen Euro, bei einem Biomasse-Kraftwerk sogar 170 Millionen; die Berechnung basiert auf einer Laufzeit von 40 Jahren und schließt Gewerbesteuereinnahmen für Hamburg ein.

Die Umweltbehörde kommentierte die neue Entwicklung nicht und verwies auf das laufende Beteiligungsverfahren. Eine Entscheidung solle Ende 2015 fallen. Eine Vattenfall-Sprecherin kündigte eine Prüfung des Gutachtens an. Kerstin Lueckow, Sprecherin der Bürgerinitiative „Kein Mega-Kraftwerk Wedel“ sagte: „Wir freuen uns und nehmen die Stellungnahme positiv auf. Der Standort in Stellingen liegt im Industriegebiet und ist einfach weniger problematisch.“ Anwohner klagen schon jetzt über den Lärm des Kohlekraftwerks. Wedels Bürgermeister Niels Schmidt reagierte zurückhaltend. Die Aufgabe des Kraftwerkbetriebs liege in Wedel als Option derzeit nicht offiziell auf dem Tisch.

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