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Wedel-Schulauer Tageblatt

24. Oktober 2017 | 03:28 Uhr

Wedeler Stadtwerke : Irritationen um Zähler

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Zähler ablesen und wechseln: Zwei Leistungen, die die Stadtwerke Wedel an Fremdfirmen vergeben haben. Beide sorgen dieser Tage für Irritationen und Verunsicherung bei Kunden.

shz.de von
erstellt am 24.Nov.2015 | 00:32 Uhr

Wedel | Betrüger, die sich als Stadtwerke-Mitarbeiter ausgeben – leider keine Seltenheit in Wedel. Erste Ende Oktober musste das Versorgungsunternehmen seine Kunden vor Abzockern und dubiosen Geschäftemachern warnen. Jetzt sorgen Arbeiten rund um die Zähler für Irritationen, Kopfschütteln und Verunsicherung. Dabei sind es diesmal tatsächlich die Stadtwerke selbst, die diese Serviceleistungen in Auftrag gegeben haben.

„Unglücklich“, so Manfred Deckes sparsames Urteil über personelle Umstellungen bei der Zähler-Ablesung. Insbesondere vor dem Hintergrund der Betrugsversuche der vergangenen Wochen, so der Wedeler. Decker vertritt die Eigentümer-Gemeinschaft Heinestraße 2  -  6. Mehrfamilienhäuser, in die die Stadtwerke Mitarbeiter zur Datenerfassung schicken. Wolfgang Schröder war einer von ihnen. Rund 20 Jahre lang. Einer von mehreren Feuerwehrkameraden, die zur festen Ablesergruppe zählten. Bekannte Gesichter, immer mit denselben Häusern, die im Spätherbst besucht werden. Bis zu diesem Jahr.

„Diesmal läuft es anders“, habe er vor von der zuständigen Elmshorner Abrechnungsmanagement-Firma erfahren, so Schröder. Mehr nicht. Wie es läuft, offenbarte laut Decker und Schröder ein Blick ins Internet. Per Ebay-Kleinanzeigen seien Datenerfasser für den Raum Wedel gesucht worden. Eine Praxis, die bei Decker und anderen Eigentümern für Unbehagen sorge. „Das ist ein sensibles Thema, wenn Schlüssel anderen überlassen und Menschen einfach ins Haus gelassen werden. Das war über Jahre gewachsen, ein Vertrauensverhältnis.“

Nachgefragt bei den Stadtwerken. Die werben weiter für besagtes Vertrauen. Alle neuen Ableser seien ihm persönlich bekannt und mit Dienstausweisen der Stadtwerke ausgestattet, sagt Marek Decowski, zuständig für das Zählermanagement bei dem Versorger. Zudem gelte ein strikter Verhaltenskodex für die Mitarbeiter. Ihre Daten seinen im Haupthaus und dem Servicecenter bekannt. Auf telefonische Nachfrage unter Telefon (04103) 8050 oder 805100 könne die Identität jederzeit bestätigt werden. „Wir versuchen unser Bestmögliches, um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten“, betont auch Stadtwerke-Pressesprecherin Natali Steffen.

Bei 73 Stromkunden ist allerdings über solche Beteuerungen hinaus erstmal Aufklärung gefragt. Einer ist Ulf Inzelmann. Der Wedeler erhielt ein Schreiben mit einem Termin, an dem sein Stromzähler gewechselt werden soll. Mit Stadtwerke-Briefkopf und seiner Zählernummer. Was ihn stutzig machte: Weder die angegebene Mailadresse zaehlerwechselstrom@t-online noch die Telefonnummer konnte er den Stadtwerken zuordnen. Auch die auf einem Geschäftsbrief zwingend vorgeschrieben Angeben fehlten. „Das sieht aus wie eine Fälschung“, so Inzelmann, der Polizei und die Stadtwerke selbst informierte. „Wenn Arbeiten fremdvergeben sind, sollte man sich im Sinne des Schutzes vor Kriminalität und Betrug schon bemühen, einen vernünftigen Brief zu schrieben. Und Subunternehmer als solche benennen“, fordert der Wedeler.

Stimmt, heißt es auf Nachfrage seitens der Stadtwerke. „Wir möchten uns in aller Form dafür entschuldigen“, so Steffen gestern am Telefon. Tatsächlich seien die Arbeiten auf Grund von Krankheits-Ausfällen vergeben worden. Das Schreiben, das rausgegeben wurde, sei kein Betrugsversuch. Es sei jedoch nicht mit den Stadtwerken abgestimmt, so Steffen. Noch gestern wollte der Versorger entsprechende Erklärungen an die betroffenen Kunden rausschicken. Wie bei den Ablesern gelte indes auch hier: Die Mitarbeiter werden mit Stadtwerke-Ausweisen ausgestattet und ihre Routen hinterlegt. Bei Fragen und Unsicherheiten würden auch hier die angegebenen Info-Nummern helfen.

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