zur Navigation springen
Wedel-Schulauer Tageblatt

23. Oktober 2017 | 06:30 Uhr

Wedel : Ironischer Blick auf das Showbiz

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Wedeler Künstlerin Stefanie Kock veröffentlicht ihren ersten Roman „Single sucht Cover“. Eigene Erfahrungen verarbeitet.

shz.de von
erstellt am 05.Nov.2015 | 16:00 Uhr

Wedel | Einen Termin mit ihr zu finden ist schwer. Schauspiel, Kabarett, Musical – Stefanie Kock ist ein Tausendsassa. „Es ist immer was los. Und wenn nichts los ist, sorge ich dafür, dass etwas los ist“, sagt sie lachend – man kann es ruhig als provokante Ansage ans Leben verstehen. Jetzt hat die lebhafte Künstlerin auch noch ein Buch vorgelegt. „Single sucht Cover“ erzählt davon, was für schräge Situationen dabei herauskommen können, wenn bei einer angehenden Sängerin Wunsch und Wirklichkeit aufeinander prallen.

Auftritte in Kaufhäusern sind die Realität von Hauptperson Juni, eine Casting-Show ihre Chance zum ganz großen Traum, ein Weltstar zu werden. Dazwischen: abgehalfterte Schlagersänger, zwielichtige Produzenten, hysterische Agenten und ein Freund, mit dem die „tollpatschige“ Heldin in einer „weitestgehend sexfreien Zone“ lebt. Als ein gewisser Peter B. aus London mit seinen Kontakten zu internationalen Stars auftrumpft, ist es um Juni geschehen, die Katastrophe nimmt ihren Lauf. „Für alle Fans von Bridget Jones, Sophie Kinsella und Loriot“, schreibt Kock selbstbewusst auf ihrem Werbeflyer.

Den Vergleich mit den ganz Großen hat Kock nie gescheut. Im Gegenteil. Sie waren ihr Ansporn. Auch bei ihrem eigenen Berufswunsch Schauspielerin. Obwohl die Abiturientin des Wedeler Johann-Rist-Gymnasiums in den 1980er Jahren keinen blassen Schimmer hatte, wie man das wird – sie sei von Haus aus nicht vorbelastet, erklärt sie – hat sie ihren Weg gemacht. Zufällig entdeckte sie eine kleine Privatschule in Hamburg, dann sprach sie am renommierten Max Reinhardt Seminar in Wien vor. Eine Woche lang wurde eine aus tausend Bewerbern ausgesuchte Schar Aspiranten geprüft. Kock zählte zu den glücklichen zehn, die angenommen wurden. Was den Ausschlag gab? Womöglich ihr Enthusiasmus. „Komischerweise habe ich mich dort gesehen“, sagt sie lapidar. Es folgten Engagements unter anderem am Hamburger Schauspielhaus und am Thalia Theater. Das Auftrumpfen in der Realität. Ein knallhartes Geschäft sei es in den großen Häusern, so Kock: „Ich bin ehrgeizig, aber zu viel Ellenbogen und Wegboxen mag ich nicht.“ Sie trat in Film und Fernsehen auf und setzte noch eine Musicalausbildung oben drauf.

Heute ist die Wedelerin ein Teil des Musikkabarett-Duos Kerbst und Kock und darüber hinaus mit unterschiedlichen Musicals auf Tournee.
Und sie schreibt. Wenn Kock von dieser Leidenschaft erzählt, leuchten ihre Augen und ihre Worte überschlagen sich. Schon als Kind habe sie viel geschrieben. Ihren Mitschülern in der Grundschule schenkte sie zum Abschied eine 30-Seiten lange Geschichte. „Wir waren alle Superhelden und haben tolle Abenteuer erlebt“, erzählt Kock und lacht wieder. „Das Herkömmliche war mir zu normal“, es mussten fantastische Geschichten sein, gerne spektakulär – und sie mussten unterhalten.

LESUNG „Single sucht Cover“

Stefanie Kock „Single sucht Cover“ (ISBN: 9783738630145) kostet als Buch 14,99, als E-Bock Kindle 6,99 Euro. Es ist im Buchhandel und übers Internet zu beziehen, bei Steyer in der Bahnhofstraße 46 liegt es aus. Heute liest Stefanie Kock aus ihrem Erstlingsroman in Rissen in der Buchhandlung Kötz und Buchenau, Wedeler Landstraße 53c, (seit Anfang November in diese Adresse umgezogen). Beginn: 19.30 Uhr. Weitere Termine in Hamburg sind am 21. November um 14.15 Uhr in Tybas Dance Center, Bäckerbreitergang 26, und am 26. November um 19.30 Uhr bei Secondella, Hohe Bleichen 5. www.stefanie-kock.de www.kerbstundkock.de

 

Wieder angefangen hat Kock jetzt während langer Zugreisen. Sie habe so viel Absurdes erlebt, im Laufe der Zeit, das musste raus. „Natürlich war das größenwahnsinnig“, bekennt sie. Vier Jahre dauerte das Projekt. Hat sie denn auch mal selbst bei einer Castingshow mitgemacht? Nach einigem Zögern gibt Kock zu, sie habe da einmal reingeschnuppert. „Ich glaube, dass es kein Buch gibt, das nicht mit dem Leben des Autors zu tun hat“. Bei ihr sei es allerdings anders gewesen. Auch schrecklich, aber anders. Sehr interessant, aber auch bedenklich. Ihr Buch sei durchaus eine Medienkritik. Diese komme aber nicht mit der plumpen Moralkeule daher, erklärt die Autorin. Stattdessen satirisch im Stil, skurril und komisch, aber auch was fürs Herz: „Es ist keine hohe Literatur, aber es ist auch keine hohle Unterhaltung“, sagt Kock selbstbewusst – und lacht wieder.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen