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Autorin aus Wedel : Iris Prochnow veröffentlicht ihre Biografie „Normal – nein Danke!!!“

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Mit Biss und Humor durchs Leben: Selbstironische Betrachtung skurriler Schicksalsschläge.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2015 | 10:00 Uhr

Wedel | Mit der Geburt fing es an. Erstgeburt. Steißlage. „Nach heutigem Ermessen hätte ich ein Kaiserschnitt sein müssen“, sagt Iris Prochnow. Doch 1955 griff die Kölner Hebamme noch beherzt zu. Als die Familie dann ein Jahr später nach Wedel gezogen war und die kleine Iris ihre ersten – besonders wackeligen – Schritte machte, da kam es ans Tageslicht: Beide Hüftgelenke waren ausgekugelt, seit dem ersten Moment auf Erden. Für Prochnow der Beginn einer Kette von skurrilen, schmerzhaften und bitteren Momenten, die sich durch ihr ganzes Leben ziehten Doch Prochnows Markenzeichen ist es, die Dinge mit Humor zu sehen. Deswegen schrieb sie ihre Lebensgeschichte mit Selbstironie und spitzer Feder nieder und hat sie nun unter dem Titel „Normal – nein Danke!!!“ als Buch veröffentlicht.

„Eigentlich wollte ich meine Lebenserinnerungen nur für meine Kinder aufschreiben“, so die spätberufene Autorin. Geschichten, die im Familiengedächtnis bleiben sollten. Doch die ersten Testleser ermutigten die Wedelerin, ihr Werk tatsächlich zu publizieren. Prochnow fand einen Verlag. Und steckte erst einmal noch ordentlich Arbeit in die Biografie. „Ich wollte es dann ordentlich machen und habe einen gewissen Anspruch an mich selbst, letztlich habe ich drei Jahre gebraucht.“

Aufgrund der missglückten Geburt trug Prochnow als Mädchen ein Jahr einen Spreizgips, mit 15 verpfuschte ein Chirurg eine Operation an ihren Hüftgelenken. „Seitdem habe ich eigentlich keinen Tag ohne Schmerzen gehabt.“ Den Kopf in den Sand stecken wollte die heute 60-Jährige aber zu keinem Zeitpunkt. „Wenn es etwas gebracht hätte, Selbstmitleid zu haben, hätte ich es gemacht“, stellt sie lapidar fest. Die Wedelerin entschied sich stattdessen fürs Lachen – eine Haltung, die sich auch in „Normal – nein Danke!!!“ niederschlägt. Ihr Motto: „Es ist nicht alles lustig, aber man kann es lustig schreiben.“ So wird die handfeste Hebamme mit einem Feldmarschall verglichen und zur dramatische Geburtsszene gehört die Fahrt ins Krankenhaus, bei der die werdende Mutter sich erstmal im Taxi übergibt.

Auch darüber, wie sie sich als erwachsene Frau beinahe mit einer Überdosis Bucheckern vergiftete, kann Prochnow mittlerweile wieder lachen: „Die Giftnotzentrale sagte, dass so viele Eckern eigentlich nur ein Schwein überlebt – aber mir haben sie geschmeckt.“ Neben den Unfällen und Mißgeschicken, bekommen auch falsche Freunde und streitlustige Nachbarn ihr Fett weg. Sorgfältig anonymisiert natürlich.

Trotz aller Tücken und Wendungen – Prochnows Biografie hat ein glückliches Ende. „Ich habe einen tollen Mann und tolle Kinder“, zieht sie Bilanz. Die Verwaltungskraft malt außerdem mittlerweile leidenschaftlich gern und präsentiert momentan zwei Bilder bei der Ausstellung „Kunst im Rathaus“. Ein zweites Buch ist derzeit allerdings nicht geplant. „Normal – nein Danke!!!“ (ISBN: 978-3-7103-2390-4) ist in allen Wedeler Buchhandlungen und im Internetversandhandel für 25 Euroerhältlich – auch als E-Book-Version.

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