zur Navigation springen

Vorläufige Insolvenz : Investor für Schneider gefunden

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Klingel-Gruppe übernimmt Wedeler Traditionsfirma und 500 Mitarbeiter. Standort soll erhalten bleiben.

Wedel | Mit einem Kaufvertrag, unterzeichnet zum 1. Juli, sind die Weichen für den angeschlagenen Schneider-Versand auf Zukunft gestellt: Die Pforzheimer Klingel-Gruppe übernimmt das Wedeler Traditionsunternehmen sowie die Creatrade-Tochtergesellschaften mit den Marken Conleys, Impressionen und Mia-Villa. Dies ließ der vorläufige Insolvenzverwalter Oliver Dankert gestern mitteilen. Demnach plant der Pforzheimer Versandriese als strategischer Investor die Weiterbeschäftigung von 500 Mitarbeitern. 200 Beschäftigte sollen über eine Transfergesellschaft qualifiziert und vermittelt werden. Zu Klingel gehören 15 Spezialversender unter anderem für Mode, Schmuck, Deko und Accessoires.

Laut Presse-Mitteilung soll der Schneider-Versand am Standort Wedel eigenständig am Markt bleiben. Gestern wurde die Belegschaft informiert. Die Zustimmung des Bundeskartellamts zu dem Kauf steht noch aus. Zum Kaufpreis wollten sich die Beteiligten nicht äußern. Dankert wird als Insolvenzverwalter zunächst für den Logistkbereich verantwortlich bleiben. Dieser soll im Sektor Mode und Accessoires bis Oktober in die Klingel-Logistik integriert werden. Die Logistik im Sektor Werbemittel, Möbel und Stückgut soll am Creatrade-Standort Altenwerder bis Anfang 2018 eigenständig weiterentwickelt werden.

„Wir haben den Geschäftsbetrieb mit einer engagierten und motivierten Belegschaft erfolgreich stabilisiert und fortgeführt“, so Dankert. Das habe einige potenzielle Investoren überzeugt. Die Lösung mit der Klingel-Gruppe sei im wohl verstandenen Interesse der Gläubiger wie der Arbeitnehmer, sagte Dankert. Sie eröffne dem Unternehmen mit den Marken Conleys, Impressionen und Mia-Villa neue Chancen und Perspektiven. Dirk Hauke, Vorsitzender des Geschäftsführung der K - Mail Order GmbH & Co. KG, unter dem Klingel firmiert, sagte: „Die Gelegenheit, die Angebotspallette des renommierten Schneider Versands zu erwerben, mussten wir beim Schopfe packen. Wir sehen die Möglichkeit und Chance, mit etablierten Marken unser Angebot im Interesse unserer Kunden wirtschaftlich sinnvoll weiter auszubauen“.

Wedels Bürgermeister Niels Schmidt bewertete die Übernahme als „unter den gegebenen Umständen gute Nachricht“. Er freue sich, dass kein Finanzinvestor, sondern ein strategischer Investor eingestiegen sei, der die Geschäftsfelder von Creatrade weiterführen wolle. „Nach meinen Informationen wird es auch eine Zukunft für Schneider am Standort Wedel geben. Wie genau die aussehen wird, bleibt abzuwarten“, so Schmidt. Die Creatrade-Holding und der Schneider-Versand hatten am 13. April Insolvenzantrag beim Amtsgericht Pinneberg gestellt. Die Marken Conleys, Impressionen sowie Mia-Villa der Creatrade-Gruppe waren von der Insolvenz nicht betroffen.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 30.Jun.2017 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen