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Wedel : Interkulturelles Frühstück zum besseren Verständnis

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Das interkulturelle Treffen soll eine ständige Einrichtung sein.

Wedel | Die Idee zu einem regelmäßigen „Interkulturellen Frühstück“ entstand bereits im Spätsommer des vergangenen Jahres. Und zwar am Rande des Ferien-Freizeitangebotes für Flüchtlingskinder, welches die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Wedel  /  Holm organisiert hatte. „Neben den vielen Kindern, die sich an den Spielangeboten erfreuten, kamen natürlich auch einige Elternteile mit. Und so kam man ins Gespräch“, erinnert sich Waltraut Heimann-Kuntze (68). Sie setzte sich kurzerhand mit Hans-Georg Spielvogel zusammen und schmiedete erste Pläne.

Anfang Januar war Premiere, mehr als 20 Personen deutscher und nichtdeutscher Herkunft kamen in der Risthütte zusammen und tauschten sich einen Vormittag lang aus. Die zweite Auflage am Sonnabend wurde ein voller Erfolg. „Heute konnten wir schon für mehr als 30 Personen eindecken“, freute sich Heimann-Kuntze, ehrenamtliche Flüchtlingshelferin.

Unter den Gästen war Reza Hosseini (35) aus Teheran, der bei Kaffee und Brötchen in Gemeindemitglied Ingeborg Raudzus eine aufmerksame Zuhörerin fand. Der Jurist habe als Christ im Iran unter ständiger Verfolgung gelitten. Er möchte bis zur Erlangung fundierter Deutsch-Kenntnisse gern erst einmal einer einfachen Tätigkeit nachgehen. „Um Geld für meine Familie zu verdienen. Denn arbeiten darf ich nun. Aber eine Stelle habe ich noch nicht gefunden“, sagte Hosseini. Der verheiratete Familienvater hofft darauf, vielleicht in der Gastronomie eine Anstellung zu finden. „Ich hätte ja auch Lust Busfahrer zu werden. Aber da stellt sich das Jobcenter wegen zu hoher Ausbildungskosten bislang quer“, klagte er.

Der iranische Metallingenieur Amir Haddadi (38) mit Sohn Ariam (5) und Ehefrau Parstoo suchte auch den Dialog. Er war mit seiner Familie vor über einem Jahr wegen „politischer Probleme“ nach Deutschland geflohen. Haddadi ist traurig darüber, noch keine Arbeitserlaubnis zu haben. Deshalb konzentriere er sich derzeit voll auf seinen Deutsch- und Integrationskurs bei der Wedeler Volkshochschule und zeigt sich begeistert von der Freundlichkeit der Wedeler. Etwas unbeschwerter ging es bei Parmida (10) zu, die wegen der Faschingstage im Indianer-Kostüm erschienen war und sich liebevoll an Waltraut Heimann-Kuntze schmiegte, die für sie so etwas wie eine Ersatz-Omi geworden ist. Die Frühstücks-Treffen finden jeden ersten Sonnabend im Monat zwischen 10 und 12 Uhr in der Risthütte, Küsterstraße 6, statt.

Spendenkonto: Ev.-Lutherische Kirchengemeinde Wedel/Holm; Stichwort: Interkulturelles Frühstück, IBAN: DE65221517300000000043
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