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Wedel-Schulauer Tageblatt

25. September 2017 | 18:49 Uhr

Ausstellung : Inszenierte Bauwerke in Bewegung

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Am 10. Mai wird in der Küsterstraße 5 die Ausstellung „Rasen(de) Bauwerke“ eröffnet. Zum ersten Mal sind Werke im Kirchturm zu sehen.

shz.de von
erstellt am 30.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Wedel | „Die Ausstellung“ – klick – „spielt auf die baulichen Veränderungen“ – klick – „und soziologischen Konsequenzen“ – klick – „im Jahr 2014 an“, erklärt Carmen Oberst jetzt die neue Schau im Wedeler Stadtmuseum. „Es geht um Bauwerke im weitesten Sinne“, sagt die in ein schwarz-weißes, harlekinisch-anmutendes Gewand gekleidete Dame, während sie die Werke präsentiert. Alle paar Sekunden betätigt sie den Auslöser ihrer um den Hals baumelnden Kamera. Sie nimmt, beinahe wahllos, ihre Umgebung auf. Freudestrahlend stellt sie die zehn Künstler des „Photo.Kunst.Raum“-Teams aus Hamburg vor, die bei „Rasen(de) Bauwerke“ mitwirken. Und man kauft es ihr locker ab, wenn sie mit ihren blaugefärbten Haaren und den pink gemalten Lippen vor einem steht und sagt: „Jeder Augenblick ist eine Inszenierung.“ Sie ist eine Meisterin der (Selbst-)Darstellung. Da liegt es nah, dass sie auch die Ausstellungsdramaturgin von „Rasen(de) Bauwerke“ ist. Wie ein Harlekin führt sie dem Gegenüber vor: Alles ist Kunst, nimm’ alles und nichts zu ernst.

Die Künstlerverbindung „Photo.Kunst.Raum“, 1996 von Oberst gegründet, beschäftigte sich bereits im Rahmen einer internen Postkarten-Aktion mit der Vergänglichkeit und vermeintlichen Beständigkeit von Bauwerken, darunter auch Wedeler Gebäude. Gezeigt werden Fotografien – oft nicht mehr als solche zu erkennen.

Denn die Fotos sind be- und verarbeitet und inszeniert, zeigen außer Architektur auch Bauwerke der Natur. Ein zweiter Blick lohnt sich. So wird das Hamburger Chilehaus von Architekt Fritz Höger zu einem 100 Stockwerke zählenden Wolkenkratzer.

Die Fotografin Johanna Wunderlich schuf durch ein Versehen ein beeindruckendes Bild: „Das Fotopapier war falsch herum in den Drucker gelegt“, so Oberst. Die Farbe zerlief, Fragmente des ursprünglichen Motivs – ein Baum, ein Feld, der Himmel – sind schemenhaft zu erkennen. Ein düsterer Abzug der Natur. Sogar die Fenster des Stadtmuseums sind mit Fotofolien beklebt. Verändern so den Ausstellungsraum, von innen und außen. Bereits 2010 kooperierten die Künstler mit Museumsleiterin Sabine Weiss. Neu: Einige Werke sind im Kirchturm gegenüber und im Garten – auf dem Rasen – des Museums zu sehen. „Mit Kunst etwas in Gang zu setzen, das ist das blanke Paradies“, sagt Oberst. Klick.

Mitwirkende Künstler sind: Ernst Egener, Monika Fulda, Silke Günther, Hanna Kerkow-Richter, Monika Lutz, Heiko Rippen, Klaus Schlabbach,  Annemarie Wäge, Johanna Wunderlich und Christian Zuther. Die Vernissage findet am Sonnabend, 10. Mai, um 15 Uhr im Stadtmuseum (Küsterstraße 5) statt. Die Ausstellung endet am Sonnabend, 23. August, mit einer Finissage.
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