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Neue technik begeistert die Besucher : Industriegeschichte im Stadtmuseum

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Neue Ausstellung Schau zum „Einfluss der Industrialisierung auf die Küstenlinie der Elbe“ eröffnet. Die Präsentation gibt es jetzt per Multitouch-Screen.

shz.de von
erstellt am 19.Jun.2017 | 15:20 Uhr

Wedel | Ein nagelneuer Multitouch-Screen war stärkster Besuchermagnet im Stadtmuseum. Viele Besucher waren da, um die Eröffnung der Ausstellung „Einfluss der Industrialisierung auf die Küstenlinie der Elbe“ mitzuerleben. Und das neue Gerät ist wie geschaffen zum Betrachten der historischen Fotos, Landkarten und Dokumente, die für die Schau zusammengetragen worden sind. Burkhard Springer vom Fachdienst Bildung, Kultur und Sport, Bernd Kühl sowie Gerhard Kuper vom Möller-Technicon gehörten zu den ersten, die den interaktiven Bildschirm ausprobierten.

Museumschefin Sabine Weiss war in ihrer Eröffnungsansprache voller Lob für die Errungenschaft, ein Produkt der Wedeler Firma eyefactive, das mit einer großzügigen Spende der Firma Möller-Wedel angeschafft werden konnte. Fachdienstleiter Springer fügte den Dank der Stadt hinzu. Er nutzte die Gelegenheit, auf die ständige industrie- und technikgeschichtliche Sammlung des Museums hinzuweisen, die im Möller-Technicon im Rosengarten 10 zu sehen ist, und dankte zugleich den vielen ehrenamtlichen Profis mit Kuper an der Spitze, die dort mit Führungen und Experimenten zum Mitmachen jeden Besuch zu einem spannenden Erlebnis werden lassen.

Weiss, Mitbegründerin des Museums und seit 26 Jahren dessen Leiterin, ging auf die Vorgeschichte der gegenwärtigen Ausstellung ein. Seit zehn Jahren seien die Exponate, darunter zahllose Dokumente und Fotos, zusammengetragen worden. Sechs Räume ihres Betriebsgeländes habe die Firma Möller-Wedel seit 2007 dafür zur Verfügung gestellt. Die jetzt im Museum gezeigten Fotos stammen zum großen Teil aus Hamburger Archiven. Die Aufbereitung sei arbeitsintensiv gewesen. Vor allem an alten, beschädigten Bildern habe man digitale Retuschen vornehmen müssen.

Zwei langjährige ehrenamtliche Helfer Heinz Gläser (v. l.) und Sören Karstens mit Museumsleiterin Sabine Weiß und Technicon-Chef Gerhard Kuper. Sie haben die Ausstellung gemeinsam zusammengestellt.
Zwei langjährige ehrenamtliche Helfer Heinz Gläser (v. l.) und Sören Karstens mit Museumsleiterin Sabine Weiß und Technicon-Chef Gerhard Kuper. Sie haben die Ausstellung gemeinsam zusammengestellt. Foto: Karl-Heinz Stolzenberg
 

Kuper fühlte sich von den Dankesbezeugungen mehrerer Redner etwas überwältigt. „Mr. Technicon bin ich nicht“, stellte er nachdrücklich klar. Ohne seine vielen Helfer hätte die Ausstellung nicht stattfinden können. Vor allem die Identifizierung der fotografierten Personen sei zeitraubend und oft sogar unmöglich gewesen. Und von manchen Unternehmen, die 100 und mehr Jahre in Wedel existiert haben, zeuge heute nur noch ein einziges Foto.

Aus den vielen spannenden Geschichten der Wedeler Industrialisierung wählte Kuper als Beispiel die Dynamit-Produktion aus, die schon im 19. Jahrhundert begann und nach einer verheerenden Explosion erste organisierte Bürgerproteste in der Rolandstadt auf die Straße brachte. Ein pfiffiger Wedeler fand damals heraus, dass in der Nähe von Wohnhäusern kein Sprengstoff gelagert oder transportiert werden durfte, und baute sich prompt ein Haus neben einer vorgesehenen neuen Verladestation der Bahn. Auch über diese Episode gibt die derzeitige Ausstellung Auskunft.

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