Reichlich, vielfältig und umsonst : In Wedel darf jetzt jeder die städtischen Obstbäume ernten

Haben schon mal zugegriffen: Bettina Parszyk (links) und Annette Lomberg von der Stadtverwaltung.
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Haben schon mal zugegriffen: Bettina Parszyk (links) und Annette Lomberg von der Stadtverwaltung.

Zur Orientierung gibt die Stadt eine Karte mit den Standorten der Bäume und Sträucher heraus.

shz.de von
09. August 2018, 16:00 Uhr

Wedel | Künstliche Vitamine muss sich in Wedel niemand mehr zuführen. Die gibt es in der Rolandstadt überall am Straßenrand im Obst, wie es am gesündesten ist – und für umsonst. Bis zu 100 Obstbäume stehen auf städtischem Grund. „Man darf sie gern beernten“, sagt Bettina Parszyk vom Fachdienst Bauverwaltung Tief- und Gartenbau. Damit diejenigen, die jetzt mit Korb und Leiter losziehen, es darüber hinaus auch noch einfacher haben, die Früchte zu finden, hat die Stadt eine Karte herausgegeben, die anzeigt, wo welches Obst in welchen Straßenzügen zu bekommen ist.

Auf der Internetseite der Stadt steht diese Karte der Obstbäume ab sofort als PDF zum Herunterladen zur Verfügung, teilt Annette Lomberg vom Bauhof mit. In stilisierten Symbolen lassen sich dort die Standorte für die unterschiedlichsten Obstsorten ausmachen, wobei ein Symbol nicht zwangsläufig für nur einen Baum stehen muss. Mitunter sind zwanzig bis dreißig Obstbäume in einer Straße angesiedelt. Das kostenlose Fruchtangebot ist nicht nur reichlich, sondern auch vielfältig. Neben den eher gängigen Sorten wie Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume, Brombeere und Johannisbeere hat die Stadt auch eher untypischeres öffentliches Obst wie Mirabellen, Felsenbirnen und Quitten sowie Walnüsse und Esskastanien zu bieten.

An die 100 Obstbäume: Die Karte, die zeigt, wo welche Frucht zu finden ist, kann von der Stadtseite heruntergeladen werden.
Screenshot wedel.de
An die 100 Obstbäume: Die Karte, die zeigt, wo welche Frucht zu finden ist, kann von der Stadtseite heruntergeladen werden.

Infos zum Gemeinschaftsprojekt und die Karte zu den Obstbäumen gibt es hier.

Weil manchmal das Gewirr der Straßen zu kleinteilig für die Größe der Obstsymbole ist, haben die Verantwortlichen neben die Karte noch eine exakte Auflistung von Standort und Obstsorte gestellt. „Was wir leider nicht liefern können, sind die genauen Sortenbezeichnungen“, sagt Parszyk. Wedel hat viele alte Apfelsorten gepflanzt. Damals seien aber leider keine Etiketten mitgekommen und ein nachträgliches Bestimmen habe auch nicht stattgefunden, so die Fachfrauen. Zudem seien die laminierten Bilder, die früher an den Bäumen hingen, längst zerstört. Wenn ein Experte für Klarheit sorgen kann, nehmen Parsyk und Lomberg die Hilfe gern an.

Den Anstoß, die Karte zu erstellen, gab die Initiative „Wedel im Wandel“, erläutert Lomberg. Im Rahmen ihres Projekts „Wedel: genial, grün essbar“, mit dem die Initiatorinnen die Nahrungsproduktion dorthin zurückholen wollen, wo der Bedarf ist, nämlich vor Ort, fragten sie bei der Stadt nach öffentlichen Flächen an, auf denen sie Essbares für Mensch und Tier anbauen könnten. So etwas gibt es doch schon, habe sich die Verwaltung gesagt. „Die Gruppe hat uns angeschubst die Dinge, die schon lange laufen, zu präsentieren“, fasst Lomberg zusammen. Auch früher schon bedienten sich Wedeler im öffentlichen Obstgarten, bestätigt Parzyk. Das konnte man an abgeknickten Ästen erkennen. „Die sind in die Bäume reingeklettert.“ Wenn jetzt mit der Karte noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass jeder zugreifen darf, hofft das Bauamt auf schonenderes Pflücken. Die eigene Leiter kann gern mitgebracht werden. Allerdings besteigen die Erntenden sie auf eigene Gefahr. Die Stadt haftet nicht, darauf weist Lomberg ausdrücklich hin.

Bettina Parszyk ist unter Telefon (04103) 707335, Annette Lomberg unter Telefon (04103) 7035318 zu erreichen.  

Informationen über die Initiative „Wedel im Wandel“ gibt es im online unter www.wedel-im-wandel.de

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