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Umfrage bei Senioren : In Heist gibt es Wohnraummangel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

78 Interessenten für altengerechten Wohnraum. 30 Flüchtlinge müssen untergebracht werden.

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2015 | 14:00 Uhr

Heist | Eine breite Palette von Themen haben die Mitglieder des Heistmer Gemeinderats während ihrer Sitzung am Montagabend im Lindenhof abgearbeitet. Im Mittelpunkt standen dabei die Unterbringung von Flüchtlingen, die Auswertung der Umfrage zu seniorengerechtem Wohnen sowie die Unterstützung der Einführung von Nachtbussen auf der Linie 589 an Wochenenden.

Die Auswertung der Umfrage „seniorengerechtes Wohnen“ habe ergeben, dass es relativ kurzfristig Handlungsbedarf gebe, so Bürgermeister Jürgen Neumann (CDU). Der Rat beschloss einstimmig, dass sich der Bürgermeister um ein Grundstück und Investoren bemühen solle. Auch einen Standortvorschlag gab es: Das Grundstück der ehemaligen Gärtnerei Rieprich an der B  431. Neumann: „Die Lage wäre Ideal.“ Befragt wurden 708 Heistmer über 60 Jahre. 106 haben geantwortet, davon haben 78 Personen Interesse an seniorengerechtem Wohnraum bekundet.

Auch in Heist spitzt sich die Flüchtlingssituation zu. Derzeit sind dort 16 Flüchtlinge untergebracht. Bis zum Jahresende müsse damit gerechnet werden, dass 30 Asylsuchende neu hinzukommen werden, sagte Neumann. Wie das Problem zu lösen sei, müsse noch geklärt werden. „Es gibt aktuell keinen Wohnraum in Heist“, sagte der Bürgermeister. Nach Worten von Wolfgang Aschert, der Gemeindevertreter von der Freien Wählergemeinschaft Heist (FWH) ist auch ehrenamtlicher Flüchtlingsbeauftragter des Amts Moorrege, seien die jetzt in Heist untergebrachten Menschen alle gut eingegliedert.

Gemeinden werden allein gelassen

Neumann stellte die Forderung, klar zwischen Bewerbern aus sicheren Herkunftsländern und Flüchtlingen zu selektieren. Es bestehe die Gefahr, dass Wirtschaftsflüchtlinge integriert und dann abgeschoben werden. Die Schaffung von Ersteinrichtungen sei deshalb das Wichtigste. „Wir werden in der Fläche oft allein gelassen“, beklagte der Bügermeister. Er hoffe, dass es in Heist nicht zu Ausschreitungen komme. Aschert berichtete, dass viele Afghanen zugewiesen würden. „Die haben eigentlich gar keine Chance auf Anerkennung“, sagte er. Kritik übte der Flüchtlingsbeauftragte an dem Winterabschiebestopp der Kieler Landesregierung: „Das geht von Dezember bis Dezember.“ Auch von seinen Erfahrungen berichtete Aschert: „Es gibt einige, die sind mal da und mal nicht – die sind außer Kontrolle.“ Und er ergänzte: „Syrer und Afghanen in einem Haus unterzubringen – das gibt Krieg.“ Die einen seien Christen, die anderen Moslems. „Und die stehen dann in einer Küche“, so Aschert.

Einstimmig hat der Heistmer Rat beschlossen, 3000 Euro für die einjährige Pilotphase zur Einführung eines Nachtbusses beizusteuern. „Der fährt in Wedel los, wenn die letzte S-Bahn ankommt“, sagte Jörg Behrmann (CDU).

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