Wohnraumberatung : In den eigenen vier Wänden bleiben

Projekt Wohnraumberatung im Hamburger Westen und in Wedel gestartet. Kostenlose Situationsanalyse.

shz.de von
12. Juli 2018, 14:12 Uhr

Wedel | Wedel/Hamburg-Rissen Ausgestattet mit Zollstock, Wasserwaage, Augenmaß und vor allem viel Fingerspitzengefühl machen sich die Wohnraumberater auf den Weg zu ihren Kunden. Beheimatet ist das Projekt Wohnraumanpassung in der Rissener Johanneskirchengemeinde, doch reicht das Einzugsgebiet deutlich darüber hinaus. Der Hamburger Westen, Wedel und die Marsch-Gemeinden sind das Ziel der ehrenamtlichen Helfer. Karen Kult, Leiterin des Johannes-Netzwerks Rissen, erläutert die Zielsetzung des Angebots: „Menschen fühlen sich in ihren eigenen vier Wänden am wohlsten. Wir wollen dafür sorgen, dass sie dort möglichst lange selbstständig leben können.“

Das     Johannes-Netzwerk Rissen, die Stadtteildiakonie Sülldorf-Iserbrook, das Freiwilligen Forum Wedel, die Zeitstifter der Kirchengemeinde Blankenese und die     Fachstelle „Älter werden“  des Kirchenkreises Hamburg West/Südholstein haben sich für das Projekt Wohnraumberatung im Hamburger Westen und in Wedel zusammengeschlossen. „Wenn Menschen uns in ihre Wohnungen lassen, betreten wir den intimsten Lebensraum. Daher wurden die Helfer ausgiebig geschult“, sagt Kult. Das gelte für den Umgang mit Menschen, aber auch für das Erkennen von Problemen in Wohnumfeld, wenn bestimmte Dinge im Alter oder aufgrund von Erkrankungen nicht mehr so leicht fallen.

„Wir bieten individuelle Beratungen zu Fragen der persönlichen Wohnsituation, Informationen über den Einsatz von Hilfsmitteln, Hausbesuche bei Fragen der Wohnraumanpassung und gemeinsames Überlegen von möglichen Veränderungen an“, erläutert Kult. Kann ein Handlauf helfen, um leichter aus der Dusche zu kommen? Bietet das Treppenhaus genug Platz für einen Lift? Wie kann die Küche gestaltet werden, damit auch mit persönlichen Einschränkungen noch selbst gekocht werden kann? Die Wohnraumberater schauen sich das genau an, geben Tipps und beraten auch über mögliche Förderungen oder Vermitteln entsprechende Kontaktstellen.

Zehn  Ehrenamtler haben sich im vergangenen Jahr schulen lassen, um anderen Menschen zu helfen, zu beraten und das Leben in den vertrauten eigenen vier Wänden zu ermöglichen. „Wir analysieren die Situation vor Ort, erarbeiten Lösungen und sprechen dann mit Handwerkern über die Machbarkeit, aber auch mit Kranken- oder Rentenkasse über Kostenübernahmen.“ Die Beratung ist kostenlos. „Es muss niemand Angst haben, dass plötzlich ein Kostenberg über ihn hereinbricht“, erläutert Kult und ergänzt: „Wir schauen uns alles unverbindlich an und besprechen mit den Bewohnern, welche Änderungen sinnvoll sind. Dann schauen wir, was es kostet und wo es möglicherweise Zuschüsse gibt.“ Oft seien nur kleine Veränderungen in der Wohnung notwendig, um die Sicherheit zu erhöhen und das eigene Umfeld lange genießen zu können. Das Projekt finanziert sich durch Spenden für das Johannes-Netzwerk.

Montags, mittwochs und freitags sind die Wohnraumberater von 10 bis 12 Uhr im Gemeindehaus der Johannes-Kirchengemeinde, Raalandsweg 5 in Hamburg-Rissen, direkt ansprechbar. Senioren und ihre Angehörigen können aber auch unter Telefon (040) 819000623 oder per E-Mail an netzwerk@johannesgemeinde.de Informationen erhalten und individuelle Termine absprechen.

 www.johannesgemeinde.de

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