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Elbe vor Wedel : Immer noch zahlreiche Sauerstoff-Löcher

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Konzentration vor Wedel befindet sich weiter unter kritischer Grenze. Stintbrut ist vernichtet.

Wedel | Die Hitzewelle und die Folgen: Mit Berieselungsaktionen kämpft die Stadt gegen ein drohendes Verenden von Fischen im Mühlenteich durch Sauerstoffmangel. Ein paar Meter weiter ist das Schicksal tausender Tiere dagegen bereits besiegelt. Ende vergangener Woche schlugen Umweltverbände Alarm: Sauerstoffkonzentrationen von 1,5 Milligramm pro Liter hatten zu einem Massenfischsterben geführt. Schwerpunkt: die Elbe vor Wedel.

Bereits bei drei Milligramm liegt die kritische Grenze für die Tiere. Davon ist der Fluss in dem Abschnitt an der Hamburger Stadtgrenze immer noch weit entfernt. Gestern lag der Wert laut Paul Schmid, Sprecher des Bund Hamburg, bei 2,3 Milligramm. Tags zuvor waren es 1,8 Milligramm. Seine Befürchtung: Es wird sich angesichts der Wetterlage auch die nächsten Tage weiter Einpendeln bei diesen Werten.

Tatsächlich fotografierten Skipper auch am Dienstag noch einen Schwarm von jungen Stinten, der vor Hanskalbsand trieb – tot. Vermutlich Fische, die in einer sauerstoffreicheren Strömung überlebt hatten, so Schmid. Berichten von Fischern zufolge müsse davon ausgegangen werden, dass die gesamte Stintbrut vor Wedel dem Sauerstoffloch zum Opfer gefallen ist. Das werde spürbare Auswirkungen auf den Bestand in drei bis vier Jahren haben, wenn diese Jungtiere selbst reif zum Laichen gewesen wären.

Schmid weist zudem auf eine weitere mittelfristige Folge hin. Die Wanderung der Meerforelle, die es zum Laichen flussaufwärts ziehe, werde durch die Sauerstofflöcher verhindert. Folge: Die Brut gehe verloren. Ursachen des Sauerstoffmangels sind Hitze und ein vermehrtes Algenwachstum. Zudem zählt Schmid Baggerarbeiten und die Elbvertiefung zu den Ursachen. Und letztlich würden Fischkadaver selbst wiederum Sauerstoff zehren – ein selbstverstärkender Prozess, so Schmid.

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erstellt am 01.Aug.2014 | 12:00 Uhr

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