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Wedel-Schulauer Tageblatt

24. Juli 2017 | 16:44 Uhr

Immer Ärger mit den Radrennern

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Anliegerprotest Haselauer Rat sucht Lösung

Sanfter Tourismus mit Radlern oder E-Bikern ist in den Marschdörfern gern gesehen. Aber Rüpel-Radrennfahrer entfachen immer wieder den Zorn von Anliegern. Das wurde während der jüngsten Sitzung des Haselauer Gemeinderats wieder einmal mehr deutlich. Insbesondere in der unübersichtlichen und engen Straße Audeich sei die Situation unerträglich, erläuterte Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU). Dort habe es vor einigen Wochen einen Unfall zwischen einem Hund und einem Radrennfahrer gegeben. Nun soll geprüft werden, ob die Straße in eine Spielstraße umgewidmet werden kann.

CDU-Fraktionsvorsitzender Wilfried Plüschau beklagte, dass viele Rennräder nicht verkehrssicher seien. „Wieso müssen die nicht ausgerüstet sein, wie die Fahrräder unserer Kinder?“ fragte er. Herrmann beklagte das fehlende Engagement seitens der Polizei. „Bis auf ganz wenige Polizisten kümmert sich keiner darum, sie werden sogar dazu angehalten, das nicht zu tun“, berichtete der Bürgermeister aus der Vergangenheit. Die Rennradfahrer seien die besseren Menschen. Das brachte Wilfried Plüschau auf den Plan. Er fragte: „Leben wir in einem Rechtsstaat, oder in Parallelgesellschaften?“

Diskutiert wurde bereits im Bau-, Wege- und Planungsausschuss das Aufbringen von weißen Asphaltstreifen ähnlich eines Zebrastreifens quer zur Fahrbahn, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Ein aufgepflasterter Streifen könne aber mit einer erhöhten Unfallgefahr verbunden sein, monierte der Landesbetrieb Straßenbau und lehnte diese Maßnahme deshalb ab.

Eine Zuhörerin beklagte sich während der Ratssitzung ebenfalls über die Zustände. Sie lasse ihren Hund oft an einer fünf Meter langen Leine laufen. „Ich habe keine Chance, den Hund ranzuholen“, sagte sie. Pöbeleien seien an der Tagesordnung. Sie betonte, dass auch viele kleine Kinder mit ihren Trettreckern spielend unterwegs seien. „Die wurden auch angepöbelt“, berichtete die Bürgerin. Es seien aber die Extremfahrer, und man könne nicht alle über einen Kamm scheren.

Harald Jürgs, Vize-Fraktionschef der Freien Wähler Haselau (FWH) brachte dann die Idee ein, eine Spielstraße auszuloben. „Das ist eine Chance, denn nicht nur Pkw, sondern auch Fahrradfahrer müssen sich daran halten“, argumentierte er.

Hoffnung setzt der Rat in die von Peter Bröker (CDU) ins Spiel gebrachte Idee, an den brisanten Stellen einen Infostand der Radrennvereine aufzustellen, um die Rennfahrer über die Gefahrensituationen aufzuklären. „Wenn wir das machen, nützt das nichts, uns sagen sie nur, halt die Fresse“, sagte Herrmann.

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