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Wedel-Schulauer Tageblatt

20. Oktober 2017 | 19:00 Uhr

Im Kleinen das Große sehen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Vernissage Peter Schoettlers Bilder bescheren dem Reepschlägerhaus ein volles Haus / Thema der Schau: Das Leben an der Elbe

Ein so volles Haus wünscht sich Reepi-Betreiber Aydemir Alkan öfter: Zur Eröffnung der Ausstellung „Vorwiegend elbnah“ zog es zahlreiche Freunde und Fans der Kunst von Peter Schöttler in das historische Fachwerkhaus. Fast vierzig Bilder aus der Werkstatt des früheren Lehrers am Johann-Rist-Gymnasium (JRG) schmücken nun den Sommer lang die Wände des ehemaligen Handwerkerhauses. Die Bilder, Darstellungen in Pastell, Buntstift und Öl sowie eine Handvoll Radierungen, haben das Leben an der Elbe und seine Atmosphäre zum Sujet.

Der breite Strom habe ihn von je her angezogen. Die große Welt im Kleinen sehen, diese Liebe zur Elblandschaft spürt man in seinen Bildern noch heute. „Als Kinder sind wir an der Zuckermühle auf der vereisten Elbe mit Spiekern von Scholle zu Scholle gesprungen“, erinnert sich Schoettler. „Das gibt es ja heute gar nicht mehr.“ Seiner norddeutschen Heimat ist der in Stettin Geborene bis auf einen kleinen Ausreißer nach Bayern immer treu geblieben. Nach Ausstellungen an vielen Orten ist er nun ins Reepschlägerhaus zurückgekehrt.

Dass der Künstler selbst in den 1970er Jahren maßgeblich am Erhalt des Gebäudes beteiligt war und dort sogar die erste Ausstellung des Hauses mit Bildern von seiner Staffelei stattfand, erfuhren die Gäste von Laudatorin Gertrud Hoppe. Schottlers ehemalige JRG-Kollegin hielt einen kurzweiligen Vortrag über seine Kunst, in dem sie den Bogen von der Ästhetik bis zum Schaffensprozess aus dem Unterbewussten spannte. „Seine Bilder korrespondieren mit den Bildern, die wir selbst in uns haben“, so ihr Fazit.

„Seine Bilder transportieren Stimmungen über die Details“, meinte Vernissage-Gast Irmgard Vorwerk, „und man hat das Gefühl, er kennt die Gegend sehr genau.“ Schoettler selbst ergänzt: „In meinen schwarz-weißen Zeichnungen sieht der Betrachter Vertrautes verknüpft mit einer weniger realen Welt. Das erfordert Assoziationsfähigkeit.“

Viele der Gäste der Vernissage kennen Schoettler schon seit Jahren und lieben seine Kunst. „Ich habe ihn 1960 in Berlin an der Gedächniskirche angesprochen, weil er dort Bilder anbot und eines davon mein Vaterhaus auf St. Pauli zeigte“, weiß Bärbel Salomon aus Hamburg noch. Damals wollte er es ihr nicht verkaufen. Heute hängt es bei ihr Zuhause. Förderkreis-Vorstandsmitglied Anna Goldmund war jedenfalls zufrieden über die Vernissage und hofft nun, dass zahlreich Besucher ins Reepi kommen.  

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