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Wedel : „Illegale Nordumfahrung“: Ausweichverkehr verstopft Straßen

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Stauen sich die Fahrzeuge auf der B431, biegen viele Autofahrer in die einspurige Aschhoopstwiete ab.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2015 | 10:00 Uhr

Wedel | Die Entscheidung war knapp: In ihrer jüngsten Sitzung beschlossen Wedels Ratsfraktionen, weitere Mittel für die Planung der Nordumfahrung nicht freizugeben. Damit ist das Verkehrsprojekt Altstadtentlastung, um das seit Jahrzehnten gerungen wird, vom Tisch. Die Probleme aber bleiben bestehen. Der Verkehr quält sich die innerstädtische B  431 entlang, lange Staus während der Hauptverkehrszeiten sind keine Seltenheit.

Dass es mit ganztägigem Tempo 30 entlang der Strecke – von der Politik gewollt und von Bürgermeister Niels Schmidt (parteilos) nach einigem Bedenken jetzt doch angeordnet – nicht besser, sondern eher schlechter wird, damit rechnet Ratsfrau Kerstin Dorbandt. Die Christdemokratin weiß, wie der Verkehr auf der Hauptverbindungsstraße pulsiert. Sie bekommt das auf- und abschwellen des Rückstaus hautnah mit. Denn Dorbandt wohnt in der Aschhoopstwiete, einem Abzweig von der Holmer Straße gegenüber der Hatzburgtwiete gelegen.

Etwa 500 Meter stadteinwärts der Stelle, wo die geplante Trasse der Nordumfahrung aufsetzen sollte, geht die Aschhoopstwiete ins östliche Wedel ab. Staut sich der Verkehr auf der B431, nutzten viele Autofahrer den schmalen Weg für eine Abkürzung nach Pinneberg oder als Umgehung des Staus Richtung Hamburg, so die Kommunalpolitikerin. Als „illegale Nordumfahrung“ hat Dorbandt ihre Straße und die anschließende Voßhörntwiete deswegen in der Ratsversammlung bezeichnet.

„Jetzt in den Ferien ist es entspannter. Aber sonst ist das Problem erheblich“, sagt die CDU-Frau auf Nachfrage. Morgens staue sich der Berufsverkehr aus Holm kommend weit zurück. Dann biegen viele Fahrzeuge ab. Sie beobachte, dass es häufig dieselben sind, so Dorbandt. Abends gehe das Ganze den umgekehrten Weg.

Einspurig und ohne Straßenbeleuchtung

Besonders in der dunklen Jahreszeit sei die Situation prekär. Die Aschhoopstwiete besitzt keine Straßenbeleuchtung, sie ist asphaltiert, aber nur einspurig. „Zum Teil fahren die Autos sehr schnell“, berichtet Dorbandt. Viele Fußgänger liefen mit Taschenlampe und müssten dauernd auf den Grünstreifen ausweichen.

„Es ist bereits seit Jahren eine Belastung“, sagt die Anwohnerin. Als die Pinneberger Straße neu hergerichtet wurde, sei es besonders schlimm gewesen. Auch die Neubaugebiete entlang der Holmer Straße lenkten verstärkt Ausweichler durch die Aschhoopstwiete. Das kommende Tempo-30-Gebot von Schauenburger Straße bis Bahnhof macht Dorbandt deswegen Sorgen. „Wir müssen eine Lösung finden, die dem Verkehr gerecht wird“, fordert sie. Gegen die Stimmen von Grünen, SPD, Linken und großen Teilen der WSI hatte ihre Fraktion gemeinsam mit der FDP für eine weitere Planung Nordumfahrung gestimmt.

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