zur Navigation springen

Hafen oder Badebucht : Hotelbau: Die Stadtwerke geben nicht auf

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Ja zum Standort Hafen laut Adam Krüppel kein Ausschlusskriterium für das Projekt an der Badebucht.

shz.de von
erstellt am 28.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Wedel | Am Ende blieb es dabei: Gegenstimmen kamen lediglich von direkten Nachbarn des Grundstücks, auf dem das architektonische Herzstück der Maritimen Meile entstehen soll – das Hafenhotel. Die Ratsmitglieder, die mit dem B-Plan-Änderungsbeschluss die Voraussetzungen für den Bau schafften, stimmten beinahe einmütig mit Ja. Lediglich aus den Reihen der Linken und der WSI kamen jeweils eine Enthaltung.

Das jahrelange Wettrennen um eine Hotel-Ansiedelung scheint damit zu Gunsten des Sahne-Grundstücks direkt an der Elbe entschieden, das auch das von der Stadt 2014 in Auftrag gegebene Stanortgutachten als erste Wahl herausstelle. Oder doch nicht? Nachgefragt bei Stadtwerke-Geschäftsführer Adam Krüppel, der bereits 2011 den ersten Vorstoß für einen B-Plan machte, der den Bau eines Kongresshotels direkt neben der Badebucht ermöglichen sollte. Ist Ihr Baby jetzt gestorben, Herr Krüppel? „Der B-Plan für das Hafenhotel ist kein Ausschlusskriterium“, so der Stadtwerke-Chef gestern am Tageblatt-Telefon. „Ich werde weiter an unserem Projekt arbeiten.“

Das Projekt – es hatte bereits sehr konkrete Züge angenommen. Krüppel hatte eine Investoren-Gruppe an der Hand, die zwischen Badebucht und Schulauer Straße ein für Tagungs- und Seminargäste optimiertes Hotel bauen wollte. Zwei Geschosse plus Staffel, die Architektur dem Bad und der Umgebung angepasst, unten Restaurant und Tagungsbereich, oben 126 Zimmer mit 250 Betten, das waren die Rahmendaten. Als Betreiber wurde das Park-Hotel Ahrensburg gehandelt.

Der Clou war die Synergie mit der Badebucht: Für jeden Gast sollte die Nutzung offen stehen und entsprechend eingepreist sein. Die Stadtwerke bezifferten mögliche Einnahmen auf bis zu 350.000 Euro pro Jahr, die den städtischen Defizitausgleich für den Badebuchtbetrieb reduzieren sollten. Zur Erinnerung: Die Stadt begleicht jährlich die Unterdeckung mit rund 1,9 Millionen Euro. Zudem sollte der Erlös aus dem Grundstücksverkauf als mittelfristig fällige Kapitaleinlage für die Badebucht dienen.

Insbesondere die Defizit-Reduzierung ist für Krüppel nach wie vor ein wichtiges Argument, um das Vorhaben nicht zu beerdigen. „Ich persönlich glaube, dass das Konzept Business-, Seminar und Wellnesshotel immer noch trägt und kann mir vorstellen, dass es immer noch Leute gibt, die trotz der neuen Situation bereit wären zu investieren“, so der Stadtwerke-Geschäftsführer. Aktive Gespräche hatte er indes zuletzt nicht in diese Richtung geführt.

Bereits weit fortgeschritten ist dagegen die Planung am Hafenkopfplatz. Mit einem Rundturm und zwei flankierenden Nebengebäuden möchte die Hamburger Hoteliersfamilie Hesse einen Komplex mit insgesamt rund 300 Betten schaffen. Der Bau fußt auf einem rund 7,30 Meter hohen Sockelgeschoss, der Raum für Tiefgarage, Gastronomie und Gewerbe bieten und mit Schotten den Flutschutz gewährleisten soll. 21,5 Meter soll der Turm über dem Sockel in die Höhe gehen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen