Sterbebegleitung : Hospizgruppe in Wedel

Das Wedeler Team: Kirsten Wilke (rechts) und Annemarie Kelschinske (2. von links) gratulierten den erfolgreichen Absolventen (von links) Angelika Friedrich, Kirsten Adomeit, Barbara Brade, Marita Jensen-Bruß, Carola Kiltz, Christa Kilian, Gert Bruß und Barbara Petersen.
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Das Wedeler Team: Kirsten Wilke (rechts) und Annemarie Kelschinske (2. von links) gratulierten den erfolgreichen Absolventen (von links) Angelika Friedrich, Kirsten Adomeit, Barbara Brade, Marita Jensen-Bruß, Carola Kiltz, Christa Kilian, Gert Bruß und Barbara Petersen.

Wedeler Team erhält Verstärkung: Ehrenamtliche bereiteten sich neun Monate lang auf Sterbebegleitung vor.

shz.de von
20. Juni 2014, 12:15 Uhr

Wedel | „Wir schenken Zeit“, erklärt Hans-Uwe Timm. Zusammen mit 14 weiteren Teilnehmern hat er am Dienstag den Vorbereitungskursus zur Begleitung sterbender und schwerstkranker Menschen abgeschlossen. Neun Monate wurden die Teilnehmer von Kirsten Wilke und Annemarie Kelschinske von der Hospizgruppe Wedel auf die Aufgaben vorbereitet, die auf sie warten.

Die Ausbildung erfolgte auf Basis des „Celler Modells“ und umfasste neben Themen wie Sterbeforschung, Sterbephasen und Grenzen der Belastbarkeit auch spirituelle und religiöse Themen sowie Trauerarbeit und rechtliche Aspekte. Neben den Theorieblöcken gehörte auch eine dreimonatige Praxisphase zu der Ausbildung.

„In der öffentlichen Wahrnehmung werden Sterbebegleitung und Sterbehilfe oft verwechselt“, erklärte Wilke, Leiterin der Hospizgruppe Wedel, und ergänzt: „Wir begleiten Menschen auf ihrem letzten Weg.“ Angesprochen wird die Hospizgruppe von Ärzten, Apothekern, Nachbarn, Familienangehörigen und auch von Sterbenden selbst.

Koordiniert werden die Sterbebegleitungen von Wilke. „Im vergangenen Jahr haben wir 44 Menschen begleitet und betreut“, so die engagierte Hospizmitarbeiterin. Natürlich alles ehrenamtlich. Doch an engagierten Helfern mangele es oft. Daher habe man für den aktuellen Vorbereitungskursus mit den Hospizdiensten Pinneberg und Itzehoe zusammengearbeitet, um eine entsprechende Teilnehmerzahl zu erreichen. „Ich freue mich sehr, dass die Teilnehmer die lange Anfahrt auf sich genommen haben“, so Wilke.

In der kommenden Woche sollen die Abschlussgespräche mit den Absolventen Kirsten Adomeit, Barbara Brade, Gert Bruß, Angelika Friedrich, Marita Jensen-Bruß, Christa Kilian, Carola Kiltz, Barbara Petersen und Erika Schüler (alle Wedel), Tanja Freymann und Heike Stegemann (beide Pinneberg), Dieter und Heidi Andres, Hans-Uwe Timm (alle Itzehoe) und Dorothea Zschoche (Glückstadt) stattfinden. Darin werde noch einmal besprochen, was bei einem aktiven Einsatz gefragt sei.

Der Seniorenbeirat der Stadt Wedel hatte 2001 erstmals eine Hospizinitiative initiiert. Die Hospizgruppe Wedel wurde im Juni 2002 gegründet und begleitet seitdem Menschen auf ihrem letzten Weg. Unabhängig von Alter und Konfession betreuen die ehrenamtlichen Helfer sterbende Menschen, sind Ansprechpartner und helfen bei Sorgen und Ängsten. Seit 2006 wird die Hospizgruppe Wedel von Kirsten Wilke geleitet, die die Einsätze der Hospizmitarbeiter koordiniert.

Kontakt: Betroffene und interessierte Ehrenamtliche können sich telefonisch unter 04103-7524 an Kirsten Wilke wenden.
Das Celler Modell wurde im kirchlichen Umfeld entwickelt, um Ehrenamtliche auf die Hospizarbeit vor Ort vorzubereiten. Nach einem Grundkursus folgt eine Praktikumsphase sowie ein Vertiefungskursus. Inhaltlich setzen sich die Teilnehmer mit allen Themen auseinander, die mit der Begleitung Sterbender verbunden sind (Spiritualität, Umgang mit dem Tod, Helferrolle im Ehrenamt, rechtlichen Grundlagen aber auch Selbstpflege).
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