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Wedel-Schulauer Tageblatt

24. Oktober 2017 | 05:08 Uhr

Wedel : Hommage an Vater und Sohn

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Kammerchor und Kammerorchester Wedel präsentierten zwei Bach-Versionen des Magnifikats in der Kirche St. Marien.

shz.de von
erstellt am 25.Nov.2014 | 16:00 Uhr

Wedel | In der Wedeler St.-Marien-Kirche waren wieder einmal alle Plätze besetzt. Anlässlich des diesjährigen 300. Geburtstags von Carl Philipp Emanuel Bach hatten Kammerchor und Kammerorchester Wedel unter der Leitung von Valeri Krivoborodov Bachs Magnifikat einstudiert. Und das gleich zweimal: zum einen das Werk des Vaters Johann Sebastian, zum anderen das des Sohnes.

Fanfarenartig setzte die Trompete ein, kraftvoll schloss sich der 45-köpfige Chor an. Von Anfang an, gab Krivoborodov ein zügiges Tempo vor. Seine tänzerisch leichten, aber klaren, exakten Anweisungen ließen die Musik wunderbar durchlässig wirken. Chor und Orchester entwickelten einen sehr harmonischen Zusammenklang mit gelungenen Differenzierungen.

Die beiden Solistinnen boten stimmlich einen interessanten Gegensatz. Während die Altistin Karin Kunde mit ihrer satten, raumgreifenden Stimme beeindruckte, zog die Sopranistin Ilse Christine Otto die Zuhörer mit ihrer perfekt geführten Stimme und der sehr feinen Intonation in ihren Bann. Fantastisch, wie sie vollkommen in sich ruhend Sanftheit und Stärke gleichermaßen in der Arie „Quia respexit“ zum Ausdruck brachte. Ein berührender Moment, Respekt. Auch das Duett von Kunde und dem Tenor Stephan Zelck, in dem die Altistin einen wunderbar dunklen Klangteppich ausrollte, über den der Tenor mit Verve musikalisch tänzelte, gehörte zu den musikalischen Highlights. Immer wieder schöne instrumentale Akzente setzten die Bläser der Hamburger Symphoniker. Auch dieses Mal ist Stefan Czermak die Einstudierung des Orchesters hervorragend gelungen. Nur 26 Jahre nach der Veröffentlichung der väterlichen Komposition erschien 1779 die Hamburger Fassung des Magnifikats von Carl Philipp Emanuel. Als Textvorlage für beide Werke diente der Lobgesang der Maria, nachdem ihr der Erzengel Michael die Geburt Jesu angekündigt hatte, aus dem Lukas-Evangelium. Beide Vertonungen, die viele Gemeinsamkeiten aufweisen, stehen in D-Dur, und auch der Aufbau in Form einer Kantate ist gleich. Der experimentierfreudigere Carl Philipp Emanuel war jedoch unter Zeitgenossen höher angesehen als sein Vater.
 

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