Holms CDU-Tandem sagt Tschüss

Die Geschicke der Gemeinde Holm wurden mehr als vier Jahrzehnte lang maßgeblich von Bürgermeister Walter Rißler (links, CDU) und seinem Parteifreund Horst Schaper gelenkt. Beide gehören dem neuen Rat mehr wieder an.
1 von 2
Die Geschicke der Gemeinde Holm wurden mehr als vier Jahrzehnte lang maßgeblich von Bürgermeister Walter Rißler (links, CDU) und seinem Parteifreund Horst Schaper gelenkt. Beide gehören dem neuen Rat mehr wieder an.

Ehrung langjähriger Mitglieder des Gemeinderats / Vorkaufsrecht für dorfbildprägendes Hofareal abgelehnt

shz.de von
23. Mai 2018, 16:00 Uhr

Die Weichen wurden weiter auf Wachstum gestellt und zwischendurch wehte ein Hauch von Wehmut durch den Saal im Haus der Gemeinde: Der Holmer Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung noch einmal in alter Besetzung getagt, auch um Dank zu sagen und sich von alten Weggefährten zu verabschieden.

Wie es mit dem dorfbildprägenden Neubaugebiet am Kreisel Ecke Hauptstraße / Schulstraße weitergehen soll, wurde nicht im Detail diskutiert. „Über Inhalte geht es noch nicht“, betonte Noch-Bürgermeister Walter Rißler (CDU). Das Grundstück im B-Plan Nr. 28, auf dem ein altes Bauernhaus steht, sei inzwischen verkauft worden. Es gehe nur darum, ob die Gemeinde von ihrem Vorkaufsrecht gebrauch machen wolle. „Mehr wird heute nicht beschlossen“, sagte der Christdemokrat. CDU-Fraktionschef Tobias Zeitler merkte an, dass der Investor, die Rehder Wohnungsbau GmbH, sehr schnell, aber auch sehr kooperativ sei. Ein Kauf des Geländes könne leider gar kein Thema sein, weil es keine sinnvolle Verwertung für die Gemeinde gebe. Rißler sagte, dass der Investor der Gemeinde bis September Zeit gebe, was mit dem Bauernhaus geschehen solle.

Im Februar 2012 hatte sich die Gemeinde noch bei der Aktivregion um EU-Fördermittel beworben. Für 9800 Euro wurde eine Machbarkeitsstudie zum Erhalt und zur Umnutzung des Hofes Kleinwort in Auftrag gegeben. Die EU steuerte davon 5390 Euro bei. Wie berichtet, sollte untersucht werden, wie der historisch bedeutsame Gebäudekomplex erhalten und speziell in Form eines Museums neu belebt werden könne. Im Gespräch war damals, die Hofgebäude so herzurichten, dass die wertvolle agrarhistorische Sammlung von Jan Kleinwort, dem Inhaber des bis 2002 noch landwirtschaftlich genutzten Hofs, der Öffentlichkeit präsentiert werden könne.

Ein klares Nein gab es von Seiten der Sozialdemokraten. „Das Vorverkaufsrecht würde für die Gemeinde ein Minusgeschäft sein, wir wollen das auf keinen Fall“, sagte SPD-Fraktionschef Dietmar Voswinkel. Bei zwei Enthaltungen wurde beschlossen, auf das Vorkaufsrecht zu verzichten.

Voswinkel nutzte die Sitzung, um sich von langjährigen Weggefährten zu verabschieden, so auch von Rißler. „Wir sind zwar hier und da kollidiert, aber du hast die Sitzungen immer souverän geleitet und alle Klippen elegant umschifft.“ Rißler überreichte mehrere Urkunden. Ursel Helms (CDU) wird dem Rat nach zehn Jahren ebenso nicht mehr angehören wie Norbert Steenbock (SPD) und der fraktionslose Hartmut Kieselbach. Stehenden Beifall seiner Fraktionskollegen gab es für den ebenfalls scheidenden Horst Schaper, der nach 44 Jahren Tschüs sagt. Er hat als Tandempartner von Rißler die Dorfpolitik und den Wachstumskurs mitbestimmt, unter anderem als Vize-Bürgermeister und CDU-Fraktionschef. „Wir haben uns hervorragend verstanden, oft reichte nur ein Blick“, schwärmte Rißler. Und Schaper ergänzte: „Wir hatten die gleichen Ideen. Das haben wir immer schön hingekriegt.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen