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Wedel-Schulauer Tageblatt

21. September 2017 | 14:25 Uhr

Holmer Sandberge werden zur Kita

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Neuheit Das DRK will sein Betreuungsangebot erweitern / Gemeinde investiert bis zu 80 000 Euro in ein Ferienhaus zur Unterbringung

Donnerstags ist Waldtag für die Jungen und Mädchen des Holmer DRK-Kindergartens. Der Ausflug, an dem alle drei Elementargruppen teilnehmen, ist bei Nachwuchs und pädagogischem Personal gleichermaßen beliebt. Auch für Hannes Tödter-Wolff ist dieser Arbeitstag ein Höhepunkt. Wenn alles gut geht, wird der 37 Jahre alte Rissener bald seine gesamte Dienstzeit in den Holmer Sandbergen verbringen können. Denn das DRK und die Gemeine Holm planen die Gründung eines Waldkindergartens.

Nachdem abermals ein neues Baugebiet aus dem Boden gestampft worden war, gibt es weiteren Bedarf an Kinderbetreuung. Zehn neue Krippenplätze sollen entstehen, für die etwas älteren Kinder müssen zehn bis 15 neue Plätze her, erläutert Holms Bürgermeister Walter Rißler (CDU). Schnell sei die Frage aufgekommen: „Warum haben wir keine Wald-Kita?“ Mit dem DRK hat Holm einen Partner gefunden, der die Idee sofort umsetzen will. „Ich freue mich wie verrückt“, gesteht Kita-Chefin Ute Stegemann. Sie liebt nicht nur die Natur, sondern hat Erzieher zu Waldpädagogen ausgebildet. „Und es passt zu unserem Bewegungskonzept“, sagt Stegemann.

In Holm soll ein Luxuskonzept realisiert werden, wie Rißler und Stegemann erläutern. Während der Nachwuchs des Heistmer Waldkindergartens Wurzelkinder mit einem Zeltdach im Wald auskommen und nur bei Sturm in den Räumen der Betreuungsschule Unterschlupf findet, und die Jungen und Mädchen der Kita Waldzauber in Moorrege einen Bauwagen zur Verfügung haben, greift Holm tief ins Gemeindesäckel. Am Sportzentrum neben dem Toilettenhaus für Naherholungssuchende soll ein 40 Quadratmeter großes Ferienhaus aufgestellt werden. Es stammt aus der Serie der Flüchtlings-Unterkünfte, die das Amt Moorrege angemietet hat. In Holm sind kürzlich Häuser am Lehmweg errichtet worden. Die Gemeinde wird das Haus allerdings kaufen. Inklusive Gründung und Anschlusskosten werden 70  000 bis 80  000 Euro investiert, schätzt Rißler.

Bisher sind für die neue Gruppe sechs Kinder angemeldet. Damit es los gehen kann, werden weitere Zusagen benötigt. Bis zu 15 Jungen und Mädchen werden von drei Erziehern betreut, mindestens zwei werden immer im Einsatz sein, erläutert Tödter-Wolff. Er arbeitet seit einem Jahr in der Holmer Kita als Springer und wird dann fest die Waldgruppe übernehmen. Die Ausbildung dazu hat er. „Ich habe ein großes Faible für Wald“, verrät der Vater von Zwillingen. Mit seinem fünf Jahre älteren Bruder Tobias sei er auf dem Land groß geworden, auf Bäume klettern und Fecht-Duelle mit Ästen inklusive.

Für Tödter-Wolff spricht alles für eine Waldkita: Die Immunkräfte würden enorm gestärkt, die Kinder entwickelten viel mehr Kreativität und lernen Natur und Tiere wertschätzen. „Bei uns gibt es kein vorgefertigtes Spielzeug – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, verspricht er.

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