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Wedel-Schulauer Tageblatt

21. August 2017 | 21:50 Uhr

HMTV sagt Ja zur Kreditaufnahme

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Kunstrasen 87 Mitglieder kommen zur außerordentlichen Versammlung / 63 Sportler sind für Projekt von Fuß- und Floorballern

Das umstrittene Kunstrasenprojekt des Hetlinger Männer-Turnvereins (HMTV) hat auch die clubinterne Hürde genommen. Am Montagabend sprachen sich von den 87 stimmberechtigten Anwesenden in der Hetlinger Mehrzweckhalle 63 für den Bau und die damit verbundene Kreditaufnahme in Höhe von 75  000 Euro aus. Unter ihnen Bürgermeisterin Monika Riekhof (CDU), die an diesem Abend als Privatperson gekommen war und ihrem Stellvertreter Michael Rahn (FW) den offiziellen Part überlies. 17 Mitglieder stimmten mit Nein, sieben enthielten sich der Stimme.

Viele Plätze blieben an diesem Abend leer, wohl auch, weil die außerordentliche Mitgliederversammlung auf den ersten Tag der Sommerferien gelegt wurde, wie Besucher anmerkten. Zudem sei in anderen Sparten für die Teilnahme keine Werbung gemacht worden, wurde kritisiert. „Es ließ sich terminlich nicht anders regeln, wir mussten erst das Ergebnis der Gemeinderatssitzung abwarten“, sagte HMTV-Chef und Spartenleiter der Floorballer, Robert Wieber. Wie unsere Zeitung berichtete, hatte der Rat in seiner Sitzung am 22. Juni mit Stimmen der CDU-Mehrheitsfraktion gegen die der Freien Wahlgemeinschaft (FW) grünes Licht gegeben für die 250  000-Euro-Investition.

Um den Mitgliedern der anderen Sparten die Vereinsverschuldung schmackhaft zu machen, erläuterte Wieber, dass Fußballer und Floorballer künftig auf Hallenzeiten verzichten können, da nun ganzjährig im Freien trainiert werden könne – außer bei Schnee. 14 Zeitstunden würden frei. Das sei ein Viertel der Gesamtkapazität. In seiner Eigenschaft als Floorball-Chef berichtete er vom Trend, im Sommer unter freiem Himmel zu spielen – wenn kein starker Wind herrsche. Hetlingen könne mit dieser Anlage Vorreiter in Deutschland sein.


Kinder dürfen Kunstrasen nutzen


Auch die Win-win-Situation für die Grundschule wurde erläutert. Zwar müssen die Schatten spendenden Büsche vor den Fenstern weichen, da der Platz dicht an das Gebäude gebaut werden soll, aber es soll eine 50-Meter-Laufbahn geben, die in einer Weitsprunganlage mündet. Zudem soll ein Zaun zur Straße das Gelände sichern. Auf die Frage, ob die Kinder künftig die bisherige Bolzfläche nutzen dürfen, antwortete Kirmse: „Ja, sie sind herzlich willkommen.“ Auf die Frage, wer für die Sauberkeit zuständig sei, antwortet er: „In den Pausen wird ja darauf geschaut.“ Für diese Antwort erntete Kirmse Gelächter aus dem Publikum.

Knackpunkt bleibt weiterhin die Finanzierung. Die hoch  verschuldete Gemeinde soll nicht nur 75    000 Euro zuschießen, sondern auch für den HMTV-Kredit bürgen, der durch Sonderbeiträge der Floorball- und Fußballsparte abbezahlt werden soll. Das verursacht bei vielen Bauchschmerzen, denn mit einem Satz von 450 Prozent nimmt Hetlingen schon jetzt landesweit einen Spitzenplatz in der Grundsteuer-B ein. Deshalb hatte die Kommunalaufsicht des Kreises bereits mitgeteilt, einer weiteren Kreditaufnahme nicht zuzustimmen, wie FW-Gemeindevertreter Ralf Hübner sich nochmals telefonisch hat bestätigen lassen. Auch diesmal wischte Detlev Brüggemann, Vize-Chef des Kreissportverbands (KSV) und hauptberuflich Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Pinnau, das Thema lautstark vom Tisch und sicherte Bürgermeisterin Riekhof zu, ihr bei der weiteren Verschuldung der Gemeinde zu helfen. „Der Kreis-Mitarbeiter muss erstmal sagen ‚Bitte, bitte, seid vorsichtig‘, aber es ist letztendlich eine politische Entscheidung“, so der KSV-Vertreter. Kirmse rief den HMTVlern zu, dass es hier nicht um die Gemeinde, sondern um den Verein gehe. „Wenn es dann an der Kommune scheitert dann ist das eben so und erledigt.“ Dies bestätigte auch Brüggemann: „Es geht doch nur um den Verein.“

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