HMTV feiert seinen Fußball

Abteilungsleiter Michael Kirmse (rechts) begrüßt die 1. Herren-Mannschaft.
1 von 3
Abteilungsleiter Michael Kirmse (rechts) begrüßt die 1. Herren-Mannschaft.

Seit 70 Jahren wird in Hetlingens Männerturnverein erfolgreich gekickt / Ehrungen für Trainer Reiner Plüschau und den treuesten Fan

shz.de von
16. Juli 2018, 16:00 Uhr

Michael Kirmse schüttelte Hände. Der Abteilungsleiter der Fußballsparte des Hetlinger Männersportvereins (HMTV) stand im Eingang und begrüßte mehr als 200 geladene Gäste, Sportler, Politiker, Sponsoren und Mannschaften. Sie alle strömten in die Mehrzweckhalle, um 70 Jahre Hetlinger Fußballgeschichte zu feiern.

„Dies war einmal eine Mehrzweckhalle“, meinte Kirmse schließlich nach einem bewundernden Rundblick. Seine Fußballer und viele weitere Helfer hatten daraus eine Festhalle gemacht. Die Decke war in den Vereinsfarben blau, weiß und rot drapiert, eine Seitenwand schmückten Banner der Sponsoren, gegenüber dokumentierte eine Ausstellung Fußball-Highlights aus sieben Jahrzehnten. 14 in festlichem weiß eingedeckte Tafeln erwarteten die Besucher. Die ehemalige Bürgermeisterin Monika Riekhof (CDU) war vor allem von der Anordnung der Tische begeistert: „Das ist ja viel besser als beim Neujahrsempfang!“ Sommerlich schick im schwarzen Cocktail-Kleid passte Riekhof, die jetzt Erste Stellvertretende Bürgermeistein ist, perfekt in den feierlichen Rahmen. HMTV-Chef Robert Wieber interpretierte die Bitte der Einladung um elegante Garderobe etwas unkonventioneller. Über hellen, modischen Jeans, dunklem Hemd und dunkler Krawatte trug er einen schwarzen Blazer. Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier (CDU) hatte sich für ein Outfit in grün entschieden.

Der Ablauf der Feier war auf die Minute genau geregelt. Je acht Minuten Redezeit gab es für den Spartenleiter, die stellvertretende Bürgermeisterin, und den Vereinsboss. Kirmse kam damit nicht ganz aus, oblag es ihm doch, auf sieben beeindruckend erfolgreiche Fußball-Jahrzehnte zurückzublicken, davon die letzten 15 unter seiner Leitung. Außerdem saß vor ihm ein Mann, den er als „Rasengott“ besonders ehren wollte: Platzwart Dieter Ahlers. „Eigentlich verheimliche ich ihn lieber“, gestand Kirmse, aus Angst, ein anderer Verein könne ihn sonst abwerben.

Dass ihm das hin und wieder auch bei seinen Spielern passiert, erfüllte den Spartenchef eher mit Stolz. So hat der HSV sein Ausnahmetalent Felix Paschke gekauft. Felix möge erfolgreich bleiben und für immer größere Summen von Verein zu Verein wandern, wünschte ihm Kirmse. Er hatte einen guten Grund für seinen Wunsch. „Von jedem Spielerverkauf kriegt der ursprüngliche Verein ein paar Prozent ab“, verriet er Hände reibend. All seinen Spielern attestierte er nach der Aufzählung ihrer Erfolge und Aufstiege von Liga zu Liga: „Ich weiß, wir haben Euch ständig überfordert.“

Zum Schluss seiner Rede peilte Kirmse die Zukunft an, das lange als Utopie verspottete Kunstrasenprojekt, dessen Realisierung nunmehr in greifbare Nähe gerückt sei. Dafür galt der Gemeinde sein besonderer Dank.

Den Dank nahm Riekhof in Vertretung des verhinderten Bürgermeisters Michael Rahn (FW) gerne an und sie revanchierte sich mit Komplimenten. Der HMTV-Fußball sei ein Aushängeschild der Gemeinde und ein Eckpfeiler der Integration, hob sie hervor.

Wie bei einer solchen Feier üblich, gab es Lobreden. Holger Martinsteg wurde als treuester Fan geehrt, Reiner Plüschau als hervorragender Trainer. Obwohl abwesend wurde Spieler Paschke mit Lob überhäuft. Zwischendurch flimmerten Fotos und Filme über die Leinwand. Nach einer einstündigen Klönschnack-Pause bei Kaffee und Kuchen ging es mit den Ehrungen weiter.

Am Abend rockte die Wedeler Band Selfish die Festhalle, bis drei Uhr morgens wurde getanzt. Der Frühschoppen am gestrigen Sonntag begann schonender Weise deshalb erst um 14 Uhr und mündete ins Public Viewing des Fußball-WM-Endspiels.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen