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Hamburg / Wedel : Hitzige Diskussionen um die Verkehrsplanung

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) erteilt der B431-Ausbau eine klare Absage.

Wedel | „Sie finden in mir nicht den, der sagt: ‚Wir sperren die Straßen nach Wedel‘“, sagte Olaf Scholz (SPD) am Montagabend. Hamburgs Bürgermeister stellte sich in der Rissener Marschschule den Fragen der Bürger, die sich immer wieder um das Thema Verkehr drehten: Ein möglicher Ausbau der B431, die angedachte Verkehrsberuhigung des Tinsdaler Wegs und des Tinsdaler Heidewegs sowie ein erweiterter Fahrplan für die S-Bahn-Linie S1. Etwa 70 Unterstützer der vier aktiven Bürgerinitiativen hatten sich unter die 250 Besucher gemischt.

„Die Frage ist, wie wir mit Wedel umgehen. Da sage ich klar: Wir gehen freundlich mit Wedel um“, stellte Scholz klar. Ihm sei bewusst, dass ein neues Gewerbegebiet in der Nachbarschaft, das durch den Business-Park entstehe, sich auch auf den Verkehr in Rissen auswirken werde. „Man sollte allerdings nicht argumentieren: Das dürft ihr nicht. Das passt mir nicht“, so der Landesvorsitzende der Hamburger SPD. Er sei sich sicher, dass die Rolandstadt sich auch bei der Verkehrsplanung im rechtlichen Rahmen bewege und man nur durch Gespräche eine einvernehmliche Lösung finden könne. Auf weitere Nachfragen stellte Scholz klar: „Wenn sie von mir eine klare Antwort in der Frage wollen, ob wir Wedel bekämpfen oder nicht, dann erhalten sie sie von mir. Ein klares Nein.“

Einer Verlängerung der B431 erteilte er eine klare Absage: „Das ist für absehbare Zeit kein Thema.“ Scholz kritisierte, dass andere Politiker in der Vergangenheit Versprechungen gemacht hätten, die nicht eingehalten werden könnten. „Es gibt in Deutschland, Altona oder Rissen keinen ehrlichen Mann, der ihnen in den nächsten 20 oder 30 Jahren Geld für den Ausbau der B431 zur Verfügung stellen kann“, so Scholz. Derzeit werde an einem System gearbeitet, um den ruhenden Verkehr besser zu überwachen. Sollte es in Rissen umgesetzt werden, hätte der erste Bürger der Hansestadt allerdings eine Bitte: „Sparen sie sich dann die Kritik, dass jetzt abgezockt wird.“ „Was tun Sie, um ihre Bürger zu schützen“, fragte Christian Kohler, Initiator und Sprecher der Bürgerinitiative Verkehrsberuhigung Hamburger Westen. Er berief sich auf ein Schreiben von Wedels Stadtoberhaupt Niels Schmidt (parteilos), in dem er mitgeteilt habe, dass der Verkehr, der durch den Business- Park und das Kraftwerk entstehe, nicht über Hamburger Wohnstraßen geführt werde. „Durch Wiederholung werden meine Antworten nicht anders“, sagte Scholz und ergänzte: „Sie haben Antworten bekommen. Die haben ihnen aber nicht gefallen.“ Bei 300.000 Pendlern täglich, von denen die Hälfte mit dem Auto in die Innenstadt fahre, sei es nicht möglich, den Verkehr so zu regeln, dass niemand etwas mitbekomme. Es sei zudem nicht möglich, eine Idealsituation für alle zu schaffen, da Hamburg nicht am Reißbrett geplant werde, sondern die Infrastruktur schon bestehe. Energisch beendete Scholz die Diskussion um den Straßenverkehr: „Wer dazu etwas fragen will, kommt erstmal nicht dran.“ Derzeit würde über eine Verkehrsberuhigung beraten, doch finale Ergebnisse lägen noch nicht vor.

Auch das Thema Fährverbindung Wedel-Blankense war schnell von der Agenda: „Wenn Wedel das bezahlt, können wir gern starten. Aber es rechnet sich nicht.“ Gleiches gelte für die Verbindung S 1. Selbst zu Hochzeiten liege die Auslastung bei maximal 70 bis 80 Prozent. „Ohne Subventionen ist ein Ausbau nicht möglich“, stellte Scholz klar. Diese seien weder er noch die Rolandstadt bereit zu zahlen.

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erstellt am 12.Nov.2014 | 14:30 Uhr

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