Kerzen als Zeichen : Hiroshima-Gedenken in Wedel

Friedenswerkstatt: Yanis Amer (v. l.), Werner Jasker, Jamileh Amer, Irmgard Jasker und Uta Amer hoffen auf viele Teilnehmer bei der „Nacht der 100.000 Kerzen“.
Friedenswerkstatt: Yanis Amer (v. l.), Werner Jasker, Jamileh Amer, Irmgard Jasker und Uta Amer hoffen auf viele Teilnehmer bei der „Nacht der 100.000 Kerzen“.

„Nie wieder“ mahnen die Lichter, die am 7. August auf dem Mühlenteich ausgesetzt werden sollen.

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29. Juli 2015, 10:00 Uhr

Wedel | Die Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki jähren sich in diesem Jahr zum 70. Mal. „Daraus wurde scheinbar wenig gelernt, denn wir haben immer mehr Atommächte“, mahnt Irmgard Jasker von der Friedenswerkstatt Wedel. Um an die Atombombenabwürfe und deren Folgen zu erinnern, organisiert die Friedenswerkstatt auch in diesem Jahr am Freitag, 7. August, einen Tag nach dem offiziellen Gedenktag, wieder die „Nacht der 100.000 Kerzen“ am Mühlenteich in Wedel.

„Der Kampf gegen die Atomwaffen hat in Wedel eine lange Tradition“, sagt Jasker. Seit den 1980er Jahren organisiert sie mit der Friedenswerkstatt die Veranstaltung. Ab 20 Uhr werden am Mühlenteich aus Metzgerpapier kleine Lotusblüten gefaltet, in die Teelichte gestellt werden können. Gegen 22 Uhr dann ziehen die Teilnehmer in einer kleinen Prozession am Mühlenteich entlang, bevor sie die Lotusblüten zu Wasser lassen. „Wir hoffen natürlich auf viele Teilnehmer, denn je mehr Menschen da sind, desto mehr Lichter werden zu Wasser gelassen und um so beeindruckender ist das Bild“, so Jasker. Über das Wetter mache sie sich keine Sorgen: „Das war eigentlich immer gut.“

Wie im vergangenen Jahr beginnt die „Nacht der 100.000 Kerzen“ mit Musik vom Bläserkreis der Christuskirche. Im Anschluss wird Jasker die Veranstaltung eröffnen. „Wir sind besonders stolz, einen renommierten Referenten gewonnen zu haben“, berichtet die Friedensaktivistin. Jürgen Scheffran, Professor für Klimawandel und Sicherheit am Institut für Geografie der Universität Hamburg, informiert die Teilnehmer über die aktuelle Gefahr durch die vorhandenen Atombomben und ihrer Ausbreitung und Modernisierung. Danach wird „Marianne Kolter von der Anti-Atom-Initative Pinneberg über Gefahren der sogenannten friedlichen Nutzung der Atomenergie vor dem Hintergrund der Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima sprechen“, so Jasker. Die mittlerweile traditionelle Friedensandacht übernimmt Pastor im Ruhestand Dietrich Stein aus Dithmarschen.

Einen Tag vor dem Fest der 100.000 Lichter, am Hiroshima-Tag, Donnerstag, 6. August, wird die Friedenswerkstatt ihre „Mahnwache für den Frieden“ vor der Post in der Bahnhofstraße abhalten. „Durch die zahlreichen Krisenherde weltweit sind die Gefahren durch Atomenergie weiter gestiegen und Ereignisse wie Fukushima zeigen, dass auch eine friedliche Nutzung unzählige Gefahren birgt“, warnt Jasker. Daher hoffe sie auf zahlreiche Teilnehmer: „So können wir ein Zeichen setzen.“

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