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Wedel-Schulauer Tageblatt

21. Oktober 2017 | 00:35 Uhr

Wedel : Hilfe für Flüchtlinge wird gebündelt

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Eine Informationsveranstaltung ist für den 28. Oktober im Rathaus geplant.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2014 | 16:00 Uhr

Wedel | Ende 2013 waren nach Angaben der Vereinten Nationen weltweit mehr als 45 Millionen auf der Flucht vor Krieg, Hunger und Verfolgung. Es ist die höchste Zahl seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Wenn die Menschen dann am Ende einer langen Odyssee durch Flüchtlingslager und EU-Behörden in Wedel angekommen sind, stehen sie erst einmal vor dem Nichts.

Unterstützung gibt es seit Jahren vom Diakonieverein Migration, der Migrationsberatung Wedel und der Koordinierungsstelle Integration. Diese Einrichtungen wollen nun gemeinsam mit der Bevölkerung der Rolandstadt ihre Bemühungen bündeln. Für Dienstag, 28. Oktober, ist eine Informationsveranstaltung im Rathaus Wedel geplant. Alle Bürger sind dazu eingeladen.

„Willkommenskultur ist wichtig“, sagt Joachim Rose von der Koordinierungsstelle Integration, „aber nach dem Willkommen fängt die richtige Arbeit erst an.“ Sein Kollege Hüseyin Inak vom Diakonieverein Migration betont: „Viele Konflikte die entstehen könnten, lassen sich präventiv durch Kommunikation verhindern.“

Inak kennt die Situation der Neuankömmlinge in der Rolandstadt. Er empfängt Flüchtlinge die Wedel zugeteilt werden. Begleitet sie in ihre Unterkünfte. „Sie haben dann Geschirr und Bettwäsche und ansonsten nichts“, sagt der Diakonie-Mitarbeiter: „Sie wissen nicht, wo der nächste Arzt oder Lebensmittelladen ist.“ Wenn am
28. Oktober die neue – noch namenlose – Initiative im Rathaus tagt, hofft Inak daher auch auf die Präsenz der Vertreter von Migrantenverbänden. Gerade als Dolmetscher könnten diese viel bewirken. Inak: „Das wären gute Schnittstellen für die Unterstützung von Neuankömmlingen.“

Der Wunsch nach einer besseren Koordination der Hilfeleistungen entstand im Arbeitskreis Integration. „Wir wollen jetzt einen größeren Rahmen schaffen“, sagt Rose. Viele Menschen würden bei den Organisationen anfragen, wie sie helfen könnten. Beim Plenum im Raum Vejen des Rathauses soll allen hilfsbereiten Wedelern daher erklärt werden, welche Bedürfnisse die Flüchtlinge genau haben.

Ein Projekt, das Rose schon länger vorschwebt, ist ein Flüchtlingscafé. Man sei noch auf der Suche nach Räumen. Die Erfahrung zeige: Aus Gesten der Solidarität können Freundschaften entstehen, die es den Neubürgern erleichtern, sich einzuleben. Hüseyin Inak ist zuversichtlich: „In Wedel gibt es viele Herzen zu gewinnen.“

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