zur Navigation springen
Wedel-Schulauer Tageblatt

18. Dezember 2017 | 16:22 Uhr

Hetlingen : Hetlinger sagen willkommen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Heute zieht die erste Familie in das Haus für Asylsuchende ein. Wie lange sie bleibt, ist ungewiss. Seit Donnerstag anerkannte Flüchtlinge.

Hetlingen | Die Hilfswelle rollt und rollt: Wenn heute eine achtköpfige Familie aus dem Irak in Hetlingen ihr neues Zuhause bezieht, haben im Vorfeld viele Hände angepackt. Bürgermeisterin Monika Riekhof (CDU) ist überwältigt davon, wie hilfsbereit ihre Bürger sind. Wie lange die Jesiden allerdings in dem 160 Quadratmeter großen Haus bleiben werden, ist inzwischen ungewiss. Das Ehepaar mit sechs Kindern im Alter von zwei bis zehn Jahren hat seit Donnerstag eine auf drei Jahre befristete Anerkennung als Flüchtlinge. Und kann somit den Aufenthaltsort selbst bestimmen.

Immer mehr Asylsuchende kommen in die Bundesrepublik. Die Städte und Gemeinde sind angehalten, ein zugewiesenes Kontingent in den eigenen Grenzen unterzubringen. In Hetlingen wurde nach dem Haseldorfer Vorbild beschlossen, ein Haus anzumieten und Familien aufzunehmen.

Riekhof rief einen „Runden Tisch“ ins Leben, der inzwischen zweimal tagte. Betten, Teppiche, Waschmaschine – alles wurde von den jeweiligen Beauftragten organisiert. „Das ist Hetlingen, da macht man mal ’ne Rundmail an Vereine und Verbände und dann rollt das – es wird zum Selbstgänger“, sagt die Christdemokratin nicht ohne Stolz.

Die Gemeinde aber ist durch die plötzliche Anerkennung der Familie als Flüchtlinge in einer Zwickmühle. Sie fällt nun nicht mehr in das Kontingent. Neue Hilfesuchende werden seitens des Kreises dem Amt Haseldorf, zu dem Hetlingen gehört, zugewiesen. Dass das alles so schnell gehen würde, davon wurde Riekhof überrascht: „Wir hatten gehofft, dass die Familie, besonders die Kinder, bei uns etwas zur Ruhe kommen können.“ Die Anerkennungsverfahren dauern, so die Bürgermeisterin, zwischen sechs und 18 Monate. Der erste Teil der Familie kam im August 2014, der Rest folgte später. Untergebracht waren die Asylsuchenden bisher in einer Dreizimmerwohnung in Uetersen. Aber die ist gekündigt.

Für Riekhof ist es selbstverständlich, dass die sechs Jungen und Mädchen mit ihren Eltern vorerst in dem Haus für Asylsuchende unterkommen können. „Wie es weitergeht ist ein großes Fragezeichen“, sagt Riekhof. Ob die Familie auf dem Land leben möchte, wisse sie nicht. Möglich sei auch eine Familienzusammenführung, denn Angehörige leben in Nordrhein-Westfalen. Die älteren Kinder gehen vorerst bis zu den Sommerferien in Uetersen zur Schule. In der Birkenallee-Schule gibt es eine Integrationsklasse.

Fest steht aber, dass die Arbeit der Hetlinger nicht umsonst war. Denn wie immer sich die Familie entscheidet – ob sie versucht, im Dorf oder anderwo heimisch zu werden – das Haus bleibt für Asylsuchende. Zwei Familien könnten dort problemlos untergebracht werden, so Riekhof.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert