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Schachblumenfest : Hetlingens Blütenteppich in Purpur und Weiß

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

240.000 Schachblumen sorgen für ein unvergleichliches Naturschauspiel. In Hetlingen wurde die geschützte Blume gefeiert.

shz.de von
erstellt am 22.Apr.2014 | 09:00 Uhr

Hetlingen | Beim Hetlinger Schachblumenfest haben Naturliebhaber in diesem Jahr mit etwa 240.000 Exemplaren besonders viel Purpur und Weiß bewundern können. Erstmals fand die von der „Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Haseldorfer Marsch“ (Arge) und Elbmarschenhaus organisierte Veranstaltung an Ostern statt. „Am Sonntag waren schon viele Besucher da und haben sich die Blumen angesehen“, sagte Arge-Chef Ralf Hübner. Am Ostermontag fand hinterm Deich mit Ständen von Arge, Nabu oder Bandreißern das eigentliche Fest statt.

Arge-Vize Jochen Steinhardt-Wulff stand auf den beiden Wiesen Besuchern Rede und Antwort. Seit 20 Jahren betreuen die Naturschützer die 60.000 Quadratmeter große Fläche. Vermutlich durch den milden Winter bedingt hat sich die Blüte des bedrohten Liliengewächses in diesem Jahr hingezogen. „Einige Blumen haben schon vor drei Wochen geblüht, ein paar werden das erst in einer Woche“, sagte Steinhardt-Wulff. Ihre Anzahl rechnet er anhand eines kleinen Ausschnitts hoch. Der üppige Wuchs dieses Jahr zeigt allerdings noch keine Tendenz an. „Mal ist es so, mal so“, sagte Steinhardt-Wulff. Große Fortschritte sieht der Naturschützer dagegen im Umfeld der Arge-Wiesen.

2002 wurden umliegende Felder vom Hamburger Hafen als Ausgleichsflächen gekauft und wie die der Arge schonend bewirtschaftet. Das Ergebnis: Auch dort blühen neben Wiesenschaumkraut und Goldschopf-Hahnenfuß immer mehr Schachblumen. Der Schutz der gefährdeten Liliengewächse ist für die Arge aber nicht die Hauptsache. „Die Schachblume ist bloß ein Indikator dafür, dass es dem Lebensraum gut geht“, sagte Hübner. Lerchen, Wiesenpieper, Kiebitze und Austernfischer profitieren als Wiesen-Bodenbrüter vom frühen Abschleppen und späten Mähen der Wiesen bei der Brutzeit, die nun ansteht. „Wir haben den Eindruck, dass hier mittlerweile mehr Lerchen sind“, sagte Steinhardt-Wulff. Auf den bewirtschafteten Flächen höre man die Vögel nicht mehr.

Wer das Auto stehen ließ, bekam von der Arge einen Apfel geschenkt. Das Obst wurden von Nina und Kathi aus Bayern sowie Christin aus Hetlingen verteilt. Nichte Nina ist mit ihrer Freundin zu Besuch bei Arge-Mitglied Angela Zell.

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