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Willkommenskultur : Hetlingen will Flüchtlingen helfen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

In zwei Wochen kommt eine achtköpfige irakische Familie in die Marschgemeinde. „Runder Tisch“ zur Betreuung einberufen.

shz.de von
erstellt am 12.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Hetlingen | Das Thema Flüchtlingsunterbringung beschäftigt seit Monaten auch die Kommunalpolitiker der Dörfer von Marsch und Geest. Das Amt Haseldorf hat inzwischen 20 Männer, Frauen und Kinder zu betreuen. Von den drei Amtsangehörigen Gemeinden hat bisher nur Haseldorf ein Kontingent aufgenommen. Nun sollen auch in Hetlingen Flüchtlinge unterkommen. Das hat Bürgermeisterin Monika Riekhof (CDU) mitgeteilt.

Damit die Dorfgemeinschaft eingebunden wird, ist ein „Runder Tisch“ ins Leben gerufen worden. Während der ersten Veranstaltung mit Vertretern des DRK, des Kinder- und Jugendrats, der Notnogels, des HMTV und des Marschtreffs im Feuerwehrhaus gab Haseldorfs Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU) Tipps. In seiner Gemeinde sind zwei Familien mit insgesamt acht Personen untergebracht. Die anderen zum Amt Haseldorf gehörenden leben in Uetersen, Holm und Elmshorn. Ziel soll es sein, vor Ort Unterbringungsmöglichkeiten zu finden, so die einhellige Meinung über Parteigrenzen hinweg.

Schölermann hat im Sommer 2014 die ersten Erfahrungen gesammelt. Der Bürgermeister hat seitdem sehr viel Zeit und Herzblut investiert. „Das sind ganz arme Menschen“, sagte der Christdemokrat. Als die erste dreiköpfige Familie aus der Ukraine in seine Obhut kam, hatte das Ehepaar mit einem dreijährigen Kind weder etwas zu essen noch Geld. „Es war 17 Uhr, wir sind dann erstmal einkaufen gefahren, und ich hab das bezahlt“, erinnerte er sich. Schölermann organisierte Sprachunterricht, fuhr anfangs seine Neubürger dafür sogar nach Holm.

Inzwischen sind die Staatenlosen aus der Ukraine integriert, haben Busfahrkarten und dank der Flexibilität der Raiffeisenbank Elbmarsch sogar ein Konto. „Schön, dass wir eine Hausbank haben, die das mitmacht“, lobte Schölermann. Der Deutschunterricht hat gefruchtet. „Man kann sich mit ihnen unterhalten.“ Wenn alles gut gehe, soll der Mann bald als Ein-Euro-Jobber tätig sein dürfen.

Schwierigkeit Sprache

Schwieriger sei es mit der neuen Familie, so Schölermann. Die Kosovo-Albaner seien Analphabeten, ein ehrenamtlicher Sprachunterricht durch das Holmer Ehepaar Berthold und Brigitte Zacharias also nicht möglich.

In Hetlingen wird Ende des Monats eine achtköpfige Familie eine neue Heimat finden. Das irakische Ehepaar ist 30 Jahre alt, die Kinder sind ein Jahr, zwei, sechs und neun Jahre alt, ein Zwillingspärchen ist sieben. Seit August 2014 leben sie in Uetersen. Ein Haus ist gemietet. Riekhof hat bereits viele Sachspenden erhalten. „Ich führe eine Liste“, sagte sie.

Während die in Haseldorf untergebrachten Flüchtlinge vom Sozialamt in Tornesch betreut werden, sind die Hetlinger beim Sozialamt der Stadt Wedel angesiedelt. Die irakischen Kinder werden die Familienklassen der Hetlinger Grundschule besuchen. Vize-Bürgermeister Michael Rahn von der Freien Wahlgemeinschaft (FW): „Unsere Kinder lernen dann, den anderen zu helfen, das ist ideal.“

Der zweite „Runde Tisch“ am Mittwoch, 25. Februar, beginnt um 19 Uhr im Feuerwehrhaus, Hauptstraße 65. Gesucht werden unter anderem Betten. Angebote nimmt Riekhof per E-Mail entgegen: Monika.Riekhof@gmx.de.

Der Hetlinger Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes hat  bei der Raiffeisenbank Elbmarsch ein Konto für die Flüchtlingsbetreuung eröffnet. DRK Hetlingen, Stichwort: Flüchtlingshilfe Hetlingen, IBAN:DE 23221631140001400831.
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