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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. September 2017 | 23:54 Uhr

Hetlingen kämpft um Juelssand

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Leuchtfeuer Das Wahrzeichen der Marsch-Gemeinde soll vom Bund versteigert werden / Gemeinde will umweltfreundliche Lösung

Die Gemeinde Hetlingen trägt zwar Schachblume und Kopfweide in ihrem Wappen – aber bei Wassersportlern ist die Kommune vor allem wegen des 1896 errichteten Leuchtfeuers Juelssand bekannt. Der „kleine Kohn“, wie Segler die einstige Navigationshilfe liebevoll nennen, soll nun meistbietend versteigert werden (diese Zeitung berichtete). Nachdem sich SPD-Bundestagsabgeordneter Ernst Dieter Rossmann gegen die Veräußerung zum Höchstpreis ausgesprochen hat, beschäftigte sich am Mittwochabend der Sport-, Kultur- und Umweltausschuss Hetlingens mit dem Thema. Einhelliger Tenor: Die Gemeinde will sich – wie auch Rossmann – gegen eine Versteigerung einsetzen.

Stattdessen wird ins Auge gefasst, einen Förderverein zu gründen, der sich um den Erhalt des 2010 außer Dienst gestellten seemännischen Wahrzeichens kümmert, das im Bereich des Naturschutzgebiets Haseldorfer Binnenelbe mit Elbvorland liegt und der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) gehört. Der Gemeinderat soll sich nun auf seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 23. Juni, mit der Angelegenheit beschäftigen.

„Man kann dort definitiv nichts machen“, argumentiert Hetlingens Bürgermeisterin Monika Riekhof (Foto, CDU). Und meint damit, dass ein Privatmann das Gebäude weder als Wohnhaus noch für andere Zwecke nutzen könne. Es gebe nicht einmal Strom. „Es ist Hetlinger Kulturerbe und liegt auf unserem Grund, aber es gehört uns nicht“, beklagte die Christdemokratin. Bei einer Begehung sei festgestellt worden, dass das Dach dicht, aber ein hoher Sanierungsbedarf vorhanden sei.

Die Chefin des Haseldorfer Elbmarschenhauses, Edelgard Heim (Foto), war der Einladung gefolgt, um die Kommunalpolitiker abermals auf die Wichtigkeit des Naturschutzgebiets einzuschwören: „Es ist eines der wertvollsten Brutgebiete.“ Für sie sei es eine bestechende Idee, wenn die Gemeinde das Objekt übernehmen würde. Sie versprach, die Gründung eines Fördervereins zu unterstützen. „Wir können Mitglied werden, aber ich habe kein Geld dafür“, betonte die Elbmarschenhaus-Chefin.

Ralf Hübner (Foto) von der Freien Wahlgemeinschaft (FW) betonte, dass die Gemeinde finanziell auch dann gefordert wäre, wenn durch die AktivRegion EU-Fördermittel eingeworben werden könnten. Seine Fraktion sei dafür, sich mit der Gründung eines Fördervereins zu befassen. Hübner: „Aber es darf nix kosten.“

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