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Schachblumenfest : Hetlingen feiert seltene Schönheiten

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die anwesenden Besucher trotzen dem wechselhaften Aprilwetter.

Hetlingen | Wer die „seltene Schönheit“ am gestrigen Sonntag beim Schachblumenfest auf den 60.000 Quadratmeter großen Wiesen am alten Elbdeich in Hetlingen betrachten wollte, musste gut gerüstet sein. Obwohl die Sonne fast während der gesamten Dauer von 11 bis 16 Uhr auf das traditionell gemeinsame Fest der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Umweltschutz und des Elbmarschenhauses zu Ehren der Schachblume durch die Wolken strahlte, forderte der kalte Westwind doch einiges an Stehvermögen. Aber weder Sturm noch der stramme Spaziergang durch die matschigen Wiesen bis hin zu dem wogenden, riesigen Blütenmeer von rund 100.000 Exemplaren der violett-weißen Schachblumen konnten die vielen neugierigen Besucher aufhalten. Mehr als 1300 Fans der überaus fragilen Schachblume, die ihren Namen durch das Muster auf ihren Blüten in Form eines Schachbretts trägt, strömten hinter den Elbdeich in Hetlingen.

Die Bandreißer Christian Gerdes (l.) und Heiko Koop zeigten altes Handwerk.
Die Bandreißer Christian Gerdes (l.) und Heiko Koop zeigten altes Handwerk. Foto: Kirsten Heer

Auf der Blumenwiese wurden die Besucher, die zum Teil schon seit Anbeginn des Schachblumenfests vor 22 Jahren immer wiederkehren, vom Mitglied der Arge Jochen Steinhardt-Wulff empfangen. Er errechnete die Anzahl der Pflanzen per Quadratmeter und erzählte über die unter Naturschutz stehenden Schachblumen, die es in den 30er Jahren in Hetlingen so häufig gegeben hätte, dass sie in Hamburg zu Tausenden in Sträußen verkauft wurden. Auch passte er auf, dass die Wege eingehalten wurden, da auf den Wiesen endlich wieder Lerchen zu finden seien, so der Fachmann.

Es wurde aber noch vieles mehr auf dem Schachblumenfest der Arge unter Vorsitzendem Ralf Hübner und des Elbmarschenhauses mit der Stationsleiterin Edelgard Heim angeboten. So zeigten die Hetlinger Bandreißer Christian Gerdes und Heiko Koop ihre altes Handwerk, der Marschtreff Hetlingen war mit Essen und Trinken erstmals dabei, ebenso wie der Hetlinger Landwirt Jörg Schuldt mit Obst, Eiern und Gemüse. Wie immer gab es Crépes und Eis bei Anne Weich, der Nabu war mit Norbert Jaedicke vertreten, die Imkerei Alfred Schade zeigte Bienenschaukästen und verkaufte Honig. Für den Grill war Schlachterei Millahn aus Haseldorf zuständig, Selbstgenähtes gab es bei Elain Hock, und die Arge informierte und verkaufte das vom Aussterben bedrohte Liliengewächs in Töpfen zum Selbstkostenpreis. Interessant waren auch die von den Künstlerinnen Ute Fahr und Adelheid Johnke aus Müll kreierten Figuren „Der arme Schlucker“ und das „Elbmonster“. Sie entstanden nach dem Aktionstag Sauberes Schleswig-Holstein und werden im Rahmen der Aktionswochen zur Müllvermeidung im Mai im Elbmarschenhaus in einer Ausstellung zu sehen sein.

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erstellt am 24.Apr.2017 | 13:30 Uhr

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