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Filialrückbau in Wedel : Hat die Sparkasse an älteren Kunden vorbeigeplant?

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der Seniorenbeirat in Wedel fordert eine tageweise Fortsetzung des persönlichen Services in der Stadtsparkassen-Filiale am Hasenknick. Hintergrund sind die Rückbaupläne des Instituts.

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Wedel | Der Seniorenbeirat Wedel legt nach in Sachen Kritik am geplanten Filialrückbau der Stadtsparkasse Wedel. In einer Pressemitteilung fordert das Gremium „als Mindestmaß, die Stadtsparkasse möge in der Moorwegsiedlung an Markttagen vor Ort weiterhin präsent sein“. Wie berichtet soll die Filiale am Hasenknick auf einen Selbstbedienungsbereich reduziert werden. Die Niederlassung an der Doppeleiche schließt ganz.

Pläne, die den Wünschen der älteren Kunden widerspricht, heißt es seitens des Beirats. Der Werbespruch „Der Mensch steht im Mittelpunkt – immer und überall“ wirke kaum noch glaubwürdig.

<p>Die Sparkasse habe ein anderes Geschäftsmodell, betont Seniorenbeirats-Vorsitzender Bruno Helms. </p>

Die Sparkasse habe ein anderes Geschäftsmodell, betont Seniorenbeirats-Vorsitzender Bruno Helms.

Die Sparkasse habe ein anderes Geschäftsmodell als die übrigen Geldinstitute. Sie könne nicht allein nach Gesichtspunkten einer Gewinnmaximierung geführt werden, so Seniorenbeirats-Vorsitzender Bruno Helms. „Die Stadtsparkasse hat eine gesetzliche und satzungsgemäße Aufgabe zur Versorgung aller Bürger“, heißt es in der Presseerklärung.

Als sensibler Dienstleistungsbetrieb mit dieser Aufgabe werde dieser den eigenen Ansprüchen und Marketing-Slogans nur gerecht, wenn auch die persönliche Versorgung mindestens in der Moorwegsiedlung weiter sichergestellt werde. Dies sei das Minimum, um Wirtschaftlichkeit und Versorgungsaufgaben in Einklang zu bringen.

Helms betont, dass nicht allein ältere Bürger Online-Banking verweigerten oder dazu nicht in der Lage seien. Sicherheitslücke im Internet hätten viele Nutzer verunsichert. Zudem überfordere eine permanente Aufrüstung mit weiterer Verschlüsselungstechnik zunehmend den Normalnutzer. Die Sparkasse hatte eine zunehmende Nutzung der SB-Technik in Filialen und von Homebanking als ein Entscheidungskriterium für den geplanten Rückbau genannt.

Am Donnerstag, 23. Februar, befasst sich der Rat mit den Kürzungsplänen – voraussichtlich im nichtöffentlichen Teil der Sitzung. Auch das stößt dem Seniorenbeirat auf. Die Sparkasse gehöre der Stadt, respektive allen Bürgern Wedels, so Helms. „Insofern haben unseres Erachtens die Bürger auch Anspruch darauf zu erfahren, welche wirtschaftlichen Zwänge zur Schließung von Filialen führen sollen und wie die gewählten Politiker die Güterabwägung zwischen der Versorgung und Dienstleistung ihrer Sparkasse einerseits und den Kostenstrukturen der Sparkasse, den Gehaltsstrukturen im Vorstand andererseits werten.“ Der Seniorenbeirat fordert daher eine öffentliche Behandlung des Themas in der Ratssitzung. Ein entsprechendes Schreiben ist heute an Verwaltung und Politik gegangen.

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