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Gemeinderatssitzung : Haseldorf: Diskussion um mehr Bürgereinfluss

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

BfH-Vertreter fordern Mitgestaltung des Haseldorfer Dorfentwicklungskonzepts. Neubau der Turnhalle.

Haseldorf | Eine Vielzahl von Ideen für die Zukunft der Gemeinde – bei der Bürgerwerkstatt zur Aufstellung eines Dorfentwicklungskonzepts für Haseldorf sprudelte es nur so. Doch was passiert mit den Anregungen?

Diese Frage hat die Mitglieder des Gemeinderats während ihrer Sitzung am Dienstagabend im Haseldorfer Hof beschäftigt. Während der Einwohnerfragestunde war das Thema weiterer Bürgerbeteiligung ebenso präsent wie bei den Haushaltsberatungen. Ein Antrag der SPD-Fraktion, 5.000 Euro für die Planungen bereitzustellen, wurde mit den Stimmen der CDU-Mehrheitsfraktion abgeschmettert.

Bereits während der Bürgerwerkstatt am 29. November war aus dem Auditorium die Forderung nach weiteren Gesprächsrunden mit Einwohnern gekommen. Wie unsere Zeitung berichtete, ist von der beauftragten AC Planergruppe bisher keine zusätzliche Beteiligung vorgesehen. Allerdings könnte gegen Aufpreis dem Wunsch nachgekommen werden. Genau dafür warben denn auch aus der Zuhörerschaft Mitglieder der neu gegründeten freien Wählergemeinschaft Bürger für Haseldorf (BfH), allen voran Vorsitzende Gisela Speer, die Mitglied der Lenkungsgruppe ist.

Sonderausschuss soll neue Halle planen

Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU) ließ sich nicht erweichen. In seinem Bericht stellte er fest, dass beim Runden Tisch bis auf zwei Vereine Vertreter entsendet hätten. Das Ergebnis der Befragungen nannte Schölermann bemerkenswert. „Es sind viele Ideen, und es waren auch Visionen dabei“, sagte der Christdemokrat. Der Bürgermeister warf die Erfahrungen der Planer in die Waagschale. Es gebe einen einstimmigen Beschluss für den Zuschlag an das Planungsbüro und deren Zeitplan. „Lasst uns doch der Planungsgruppe eine Chance geben“, warb er. Nachsteuern könne man bei Bedarf immer noch.

Heike Meyer-Schoppa (SPD) kritisierte den Ablauf der Bürgerwerkstatt. Das Vortragen von Ideen zum Abschluss sei sinnlos gewesen. Zudem hätten die Teilnehmer noch nicht einmal immer Stifte gehabt, wenn sie zum nächsten Plakat gingen. „Werkstatt heißt für mich Arbeitsgruppen haben“, sagte sie.

Auch beim Thema Turnhalle kam das Dorfentwicklungskonzept abermals ins Spiel. SPD-Fraktionschef Boris Steuer plädierte dafür, das Konzept abzuwarten, bevor eine Empfehlung an den zuständigen Sonderausschuss, in dem auch Vertreter der Gemeinde Haselau sitzen, abgegeben werde.

„Die Dynamik, die von den Bürgern kommt, ist super“, sagte er. Sein Fraktionskollege Thomas Hölck unterstütze das Ansinnen. Und beantragte eine Vertagung, die ebenfalls mit den Stimmen der Christdemokraten abgebügelt wurde. Der Bürgermeister appellierte an den Rat, sich für einen Hallenneubau zu entscheiden.

Das sei besser und wahrscheinlich auf lange Sicht gesehen die kostengünstigere Variante. Hölck warf ein, dass sich die Bürger veräppelt fühlen müssten, wenn nun eine Empfehlung pro Neubau falle, denn das Konzept sei Bedingung für eine Bezuschussung. Zudem sei die Gemeinde Haselau, die das Projekt mitfinanziert, für eine etwa 1,5 Millionen Euro teure Sanierung. „Haselau ist sich nicht einig“, konterte Schölermann.

Mit Stimmen der CDU-Mehrheit bei vier Nein-Stimmen der SPD wurde beschlossen, im Sonderausschuss die Planung eines 2,5 Millionen Euro teuren Neubaus einer 1,5-Feld-Halle sowie Räume für die Betreuungsschule voranzutreiben.

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