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Wedel-Schulauer Tageblatt

20. Oktober 2017 | 05:41 Uhr

Haseldorf: Betreuungsklasse bleibt

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Anmeldezahlen haben sich dieses Jahr verdoppelt / Spitzenwert von 80 Kindern erwartet / Gemeinde braucht mehr Kita-Plätze

Das Neubaugebiet und der Zuzug junger Familien stellt die Gemeinde Haseldorf vor akute Probleme. Die Betreuungsklasse in der Grundschule platzt aus allen Nähten und der entsprechende Verein hat bereits mitgeteilt, die Arbeit ehrenamtlich nicht mehr leisten zu können. Auch die Kita reicht nicht mehr aus, um alle Anmeldungen aufnehmen zu können.

„Die Anmeldezahlen beim Betreuungsverein haben sich verdoppelt und die Anmeldequote steigt weiter“, sagte Haseldorfs Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU) auf der Sitzung des Sport-, Kultur- und Umweltausschusses der Gemeinde. Über Jahre sei die Zahl der Anmeldungen konstant bei 20 geblieben. Dieses Jahr wurden 40 Kinder angemeldet. „Im kommenden Jahr werden es vermutlich 50 bis 60. Wir gehen von einem Spitzenwert von 70 bis 80 aus“, sagte Schölermann. Der Betreuungsverein habe die Gemeinden Haseldorf und Haselau gebeten, die Arbeit weiterzuführen. „Wir haben zugesichert, dass wir es als Kommune weiterführen so der Haseldorfer Bürgermeister. Er danke dem neuen Vorstand: „Ich bin froh und dankbar, dass der Vorstand eine saubere Übergabe will und es kein abruptes Ende gibt.“ Während der Ausschusssitzung stelle Schölermann aber auch klar, dass die Kommune keinen Verein weiterführen könne. In den Sonderausschüssen der beiden Gemeinden soll nun ein Konzept erarbeitet werden. Beraten wird am Mittwoch, 2.  Dezember.

„Die Betreuung der Kinder durch Eltern funktioniert derzeit kostendeckend. Wir müssen sehen, ob wir das mit unseren Tarifen umsetzen können“, sagte der Gemeindechef. Zudem werde geprüft, ob bisher gewährte Zuschüsse weiterfließen können. „So komfortabel, wie es derzeit ist, wird es kaum aufrecht zu erhalten sein“. Schölermann wandte sich direkt an Katja Getzki und Kathleen Schmalisch aus dem Vorstand des Betreuungsvereins: „Was ihr hier leistet, ist ziemlich einmalig.“ „Das Problem sind die Räumlichkeiten. Wir haben mehr Anmeldungen als Viertklässler, die gehen“, sagte Schmalisch. Getzki ergänzte: „Es gibt kaum Unterstützung der Eltern, die ihre Kinder betreuen lassen. Es wird mittlerweile als Dienstleistung angesehen.“


Kita: mehr als 100 Anmeldungen


Derzeit müssten die Kinder bereits in Schichten essen, weil die Raumsituation nicht ausreicht. „Es ist wichtig, dass wir Räumlichkeiten schaffen, aber einen Platz, wo 80 Kinder gleichzeitig verpflegt werden, ist nicht leistbar“, so Schölermann. Es würden Gespräche mit der Schule geführt, ob bestehende Räume für die Betreuungsklasse genutzt werden könnten. „Wir müssen auch den Aspekt der Ganztagsschule ins Auge fassen, wenn das mal gewünscht wird“, so der Bürgermeister. Klarheit gibt es aber nun für die Eltern. „Wenn sie gefragt werden, können Sie sagen, dass es auf jeden Fall im kommenden Jahr weiterhin angeboten wird“, gab Schölermann Schmalisch und Getzki mit auf den Weg.

Auch bei der Kita wird es eng. „Es reicht bei weitem nicht mehr aus“, so der Gemeindechef. Derzeit stünden drei Elementargruppen mit jeweils 20, zwei Krippengruppen mit jeweils zehn und eine Familiengruppe mit 15 Plätzen zur Verfügung. Aktuell lägen aber bereits mehr als 100 Anmeldungen für das kommende Jahr vor. Derzeit bereite die Gemeinde drei Lösungsansätze vor: die Reaktivierung des alten Kindergartens am Marktplatz, die Verwendung eines bisher ungenutzten Klassenraums und einen Container vor dem Kindergarten. „Wir favorisieren derzeit die Containerlösung“, sagte Schölermann. „Das ist aus Kostengründen die beste Möglichkeit, damit wir kein Kind abweisen müssen.“ In zwei Jahren müssten sich die Zahlen wieder normalisiert haben. Entstehen sollen eine neue Elementar- und eine neue Krippengruppe.

Sauer wurde der Bürgermeister als Heike Meyer-Schoppa die Planungen für die Kita kritisierte: „Als wir sie geplant haben, haben wir uns die Zahlen der letzten 25 Jahre angeschaut. Wir dachten, es wird Jahre dauern, bis die zweite Krippengruppe voll ist.“ Die Kitaaufsicht des Kreises hatte damals sogar zunächst die zweite Gruppe abgelehnt, da sie keinen Bedarf sah. „Das zeigt, dass Haseldorf attraktiv ist, alle Kinder mitbringen oder hier bekommen“, betonte Bürgermeister Schölermann.

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