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Theater : Haselauer steht seit 50 Jahren auf der Bühne

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Gerhard Richert steht seit 50 Jahren auf der Bühne. Der Haselauer hat die Elmshorner Speeldeel geprägt und ist Platt-Botschafter.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2014 | 14:00 Uhr

Haselau | Vom schicken jungen Italiener zum Bühnenstar: Seit 50 Jahren steht Gerhard Richert auf den sogenannten Brettern, die die Welt bedeuten. 68 Stücke hat er gespielt, mehr als 100.000 Menschen amüsiert. Unermüdlich ist der Haselauer als Botschafter und Lehrer der Plattdeutschen Sprache unterwegs. Die Elmshorner Speedeel, deren Ensemble er seit fünf Jahrzehnten angehört und die er bis 2013 20 Jahre lang als Vorsitzender geleitet hat, erfüllt ihrem Publikumsliebling einen besonderen Wunsch: Noch einmal wird er in „Verdreihte Verwandtschaft“ spielen.

Im Kreis Pinneberg wird die „Buernkomödie in dree Törns“ von Erhard Asmus am kommenden Sonntag, 26. Oktober, um 18 Uhr im Schulzentrum Moorrege (Himmelsbarg) aufgeführt.

Dass Richert mal „Mr. Plattdeutsch“ werden würde, war bei seiner Geburt am 4. Oktober 1946 in Haselau nicht abzusehen. Seine Eltern waren Flüchtlinge, Mutter Gerlinde stammte aus dem Sudetenland, Vater Gerhard aus Stettin. Die Liebe zur Sprache kam beim Rumtoben: Altbauer Bendix Schüder beobachtete die quirrligen Kinder genau. „Und beschimpfte uns“, erinnert sich Richert. Aber eben auf Platt. „Die Betonung – das war’s“, sagt er lachend. Für ihn gibt es keine schönere Sprache: „Die geht ins Herz hinein, man kann mit ihr spielen, sie ist persönlicher.“

In Rollen schlüpfen – das machte Richert bereits als Kind Spaß. Als Ältester von zwei Brüdern und einer Schwester gab es im Familienkreis viele Gelegenheiten zu kleinen Aufführungen. Und in der Volksschule Haselau habe er natürlich auch die Hauptrolle gespielt, verrät er augenzwinkernd: „Rumpelstilzchen – das war mein Milieu.“ Gedichte lernen liebte er.

Und wurde dennoch Bäcker. Die Nachkriegszeit forderte ihren Tribut. Entweder halfen „die Gören“ beim Bauern oder Bäcker. Später besuchte Richert die Abendschule in Hamburg, machte Karriere und wurde Prokurist einer großen Im- und Exportfirma. Treue auch dort: 40 Jahre lang war er bei der Firma Weltweit in Holm und vertrieb Heimtierbedarf.

Als Mitglied der Landjugend Hohenhorst, deren Chef er 15 Jahre lang war, spielte er nicht nur dort Theater, sondern ging auch regelmäßig zur Speeldeel. „In Uetersen bei Ratjens auf dem Saal habe ich dann gefragt, ob ich mal mitmachen darf“, sagt Richert. Er durfte. Und zwar als Luigi Salvadore, der nur gebrochen Deutsch sprechen konnte. Der Menjou-bärtige 19-Jährige wurde in „Hannibal kreiht nich mehr“ zum Publikumsliebling.

Den Rücktritt als Theaterchef bedauert Richert nicht. „Ich mach ja nicht Schluss, ich möchte dabei bleiben“, sagt das Theaterurgestein. Regiearbeit – das ist sein Wunsch. Immer an seiner Seite war seine Ehefrau Käte. „Es ging nur durch ihre Unterstützung“, sagt Richert. Sie habe immer mit ihm geprobt und sei seine schärfste Kritikerin.

Premiere  ist  Sonnabend, 25. Oktober, 19.30 Uhr, im Gemeindehaus in Neuendorf. Im Kreis Pinneberg ist Gerd Richert Sonntag, 26. Oktober, 18 Uhr, im Schulzentrum Moorrege (Himmelsbarg) zu sehen. Karten zu neun Euro gibt es an der Abendkasse, im Vorverkauf in Moorrege bei der Theaterkasse (Wedeler Chaussee) und in Wedel beim Glimmstengel (Bahnhofstraße 34).
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