Neujahrsempfang : Haselau präsentiert sich musisch

Die Kantorei Haselau erfreute das Publikum mit mehreren Liedbeiträgen in Plattdeutsch und in gälischer Sprache. Solistin Petra Begas (Zweite v. r.) brillierte lockend als Jungverliebte beim Titel „Dat du mien Leevsten büst“.
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Die Kantorei Haselau erfreute das Publikum mit mehreren Liedbeiträgen in Plattdeutsch und in gälischer Sprache. Solistin Petra Begas (Zweite v. r.) brillierte lockend als Jungverliebte beim Titel „Dat du mien Leevsten büst“.

Neujahrsempfang von Gemeinde und Kirchengemeinde in die Dreikönigskirche. Kantorei begeistert mit ihren Auftritten.

shz.de von
08. Januar 2016, 00:36 Uhr

Wedel | Berührend und fröhlich – so präsentierte sich die Gemeinde Haselau bei ihrem diesjährigen Neujahrsempfang am Dreikönigstag in der Heiligen Dreikönigskirche. Die Stimmung der Gäste im voll besetzten Gotteshaus war heiter, dafür hatten nicht zuletzt Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU) mit seiner Rede und die Kantorei unter der Leitung von Michael Horn-Antoni (Klavier) gesorgt. Der Chor, dem auch Pastor Andreas-Michael Petersen angehört, erfreute unter anderem mit einer von Horn-Antoni geschriebenen „Scottish Rhapsody“, die mit fröhlicher Leichtigkeit gute Laune zauberte.

Das Treffen lockte nicht nur Haselauer an, sondern neben Propst Thomas Drope auch örtliche Politprominenz wie die Landtagsabgeordneten Barbara Ostmeier (CDU) und Thomas Hölck (SPD), die Uetersener Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD) sowie Kollegen aus den Umlandgemeinden.

Heists Bürgermeister Jürgen Neumann (CDU) sorgte bei Herrmann für große Erheiterung. Er überreichte ihm in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des neu gegründeten Zweckverbands Breitband ein 10,3 Zentimeter langes Glasfaserstück. Hintergrund: Haselau will dringend ans schnelle Internet angeschossen werden, der neue Zweckverband steht in den Startlöchern, aber der derzeitige Eigentümer AZV Breitband hat das bestehende Netz noch immer nicht verkauft. Herrmann nutzte den Gag für einen Appell, dass möglichst viele Haselauer Vertrage abschließen sollen, damit die Gemeinde schnellstens angeschlossen werden kann.

Symbolhaft auch das Geschenk des Grünen-Kreistagsabgeordneten Helmuth Kruse. Der Moorreger überreichte einen kleinen Plastikbeutel mit Sand in Anspielung auf Herrmanns Bemerkung, dass vor einer möglichen Zerschlagung des Amts Haseldorf die Elbe zugeschüttet werden könne, um sich der Stadt Stade in Verwaltungsgemeinschaft anzuschließen. Der Haselauer Dorf-Chef appellierte abermals, den Drei-Dörfer-Bund nicht leichtfertig aufzugeben. Große Sorge bereitet Herrmann der fast ungebrochene Zustrom von Asylbewerbern. Es sei sehr schwer, geeigneten Wohnraum zu finden: „Unser Wunsch, sie dezentral unterzubringen, ist kaum mehr umsetzbar.“

Dass Haselau schon einmal Flüchtlinge integriert hat, erzählte Theater-Urgestein Gerd Richert in gewohnt professioneller Weise. Er trug eine eigene plattdeutsche Geschichte vor, die das Schicksal eines deutschen Flüchtlingsmädchen nach dem Zweiten Weltkrieg erzählt.

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