Wedel : „Halleluja, jauchzet, ihr Himmel“

Freimut und Iris Stümke teilten sich die musikalische Leitung des Konzerts, in dem die Kantoreien der Heilig-Geist-Kirche Pinneberg und der Christuskirche Schulau gemeinsam sangen.
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Freimut und Iris Stümke teilten sich die musikalische Leitung des Konzerts, in dem die Kantoreien der Heilig-Geist-Kirche Pinneberg und der Christuskirche Schulau gemeinsam sangen.

Anhaltender Applaus für Mendelssohn Bartholdys Christus-Oratorium und Saint-Saëns’ Weihnachtsoratorium in der Christuskirche.

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23. Dezember 2014, 16:00 Uhr

Wedel | Mit schwebenden Harfenklängen begann ein verzauberter Abend in der Christuskirche Schulau. Theresa Altmann beschwor mit der Fantasie „Klänge aus der Alhambra“ Bilder der märchenhaften spanischen Burganlage in Granada herauf. Die junge Musikerin interpretierte das romantische Stück des deutschen Komponisten und Harfenisten Franz Poenitz (1850 bis 1912) mit perlender Leichtigkeit.

Mit akzentuierten Flamenco-Rhythmisierungen gelangen ihr schöne Kontraste zur träumerischen Grundstim-mung der klangfarbenreichen Fantasie. Auch die „Fantasia on Greensleeves“ vom Briten Ralph Vaughan Williams (1872 bis 1958), intoniert mit Harfe, Streichern und Orgel, hatte etwas zart Entrücktes, Weihnachtliches.

Begleitet von einem neunköpfigen Streicherensemble und Maria Jürgensen an der Orgel ließen die Kantoreien der Christuskirche Schulau und der Heilig-Geist-Kirche Pinneberg anschließend gemeinsam das Christus-Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 bis 1847) und das Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns (1835 bis 1921) erklingen.

Während im Christus-Oratorium der Weihnachtsteil nur als Fragment in drei Sätzen mit kraftvollem Schlusschor vorkommt, erzählt das Weihnachtsoratorium des französischen Romantikers ausführlich die Geschichte von der Geburt Jesu, der Verkündigung und der Huldigung.

Sympathischerweise teilten sich die beiden Kirchenmusiker Iris und Freimut Stümke die Leitung und dirigierten abwechselnd sichtlich gut gelaunt Musiker und Sänger. Eines der zwei Violoncelli wurde von ihrer Tochter Jasmin gespielt.

Von Anfang an hatte das Konzert etwas sorgenfrei Be-schwingtes, was sich auch in den entspannten Gesichtern des Publikums in der etwa zu Dreiviertel besetzten Kirche widerspiegelte.

Die 45 Sänger der beiden Chöre füllten den Raum kraftvoll mit verheißungsvollen Klängen, während die Gesangssolisten Katharina Sabrowski, Ursula Ritters, Joachim Duske und Alexander Schattenberg souverän und fast heiter die beiden Oratorien intonierten. Eine großartige Leistung zeigte Katharina Sabrowski mit ihrer perfekt geführten, klaren Stimme. Selbst schwierige Höhen meisterte sie mit großer Leichtigkeit und zarten, fast ätherischen Tönen. Niemals süßlich stagnierend, immer erzählerisch präsent. Brava! Auch Duske bewies erneut sein rezitatorisches Talent. Mit weicher, akzentuierter Tenorstimme bewältigte auch er höhere Phrasen mühelos und hielt souverän den erzählerischen Spannungsbogen. Ritters und Schattenberg erdeten mit ihren dunklen, vollen Stimmen den klanglichen Höhenflug der beiden Kollegen.

Mit strahlenden Gesichtern nahmen Iris und Freimut Stümke sowie Sänger und Musiker den anhaltenden Applaus entgegen. Die Zugabe, die Wiederholung des jubilierenden „Halleluja“ von Saint-Saens, war ein schönes Weihnachtsgeschenk an die Gemeinde.

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