Haidehof: Zurück zur Landwirtschaft

Geht es nach den neuen Eignern, dann soll der Haidehof zu einem ökologischen Agrarbetrieb umgewandelt werden, der alle Sparten der Landwirtschaft vereinen und Mustercharakter haben soll.
Geht es nach den neuen Eignern, dann soll der Haidehof zu einem ökologischen Agrarbetrieb umgewandelt werden, der alle Sparten der Landwirtschaft vereinen und Mustercharakter haben soll.

Projektentwickler stellen Masterplan für Agrarbetrieb auf dem ehemaligen Gestüt im Norden Wedels vor

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20. März 2018, 16:00 Uhr

Große Pläne sind bereits gewachsen, bald sollen Kräuter, Bienenweide, klimawandel-optimierte Bäume, Gemüse und Stauden es ihnen gleich tun. Mit Henning Breimann und Heiner Limbrock haben zwei Hamburger Architekten einen Masterplan für das Gut Haidehof vorgelegt, der auf dem ehemaligen Gestüt und Reiterhof im Nordosten Wedels einen Agrarbetrieb mit Modellcharakter skizziert.

Es waren blumige Worte, mit denen Breimann, Mitinhaber des Haidehofs, das Projekt den Fraktionen im Planungsausschuss vorstellte. „Es ist ein schöner Ort, wir wollen ihn wachküssen und wieder zu dem machen, was er mal war, das Ganze aber zugleich ins 21. Jahrhundert transferieren“, so der Landschaftsarchitekt. Die Anlage sei in der Vergangenheit ein Versorgungshof für Wedel und Umgebung gewesen – „wir wollen die Reanimation“.

Es solle ein ökologischer Agrarbetrieb etabliert werden, bei dem alle Sparten der Landwirtschaft synergetisch zusammenwirken, erläuterte Limbrock. Teil des Konzepts ist eine Multifunktionsscheune, in der gezeigt werden soll, wie Landwirtschaft funktioniert. Auch ein Großgewächshaus, in dem heimische Bäume auf den Klimawandel vorbereitet werden, soll unter anderem Demonstrations- und Forschungszwecken dienen.

Breimann führte zudem die Tiere an. Neben Bienenweiden für bis zu 100 Völker inklusive Imkerei ist Nutztierhaltung geplant. Er nannte etwa Angler Sattelschweine, Zweinutzungshühner, Angus und Angler Rinder, Moorschnucken und Schafe. Anbau- wie Weideflächen würden dem Prinzip des so genannten Ornamental Farming folgen, bei dem neben dem Ertrag auch Wert auf die Ästhetik von Nutz- und Anbauflächen gelegt wird.

Sechs Familien sollen laut Breimann später von insgesamt rund 35 Hektar überplanter Fläche leben. Als Zeithorizont nannte er fünf bis zehn Jahre. Ein Bauantrag für die Umgestaltung des Hauptgebäudes des ehemaligen Gestüts solle zeitnah erfolgen. Bis Sommer 2019 soll der Umbau abgeschlossen sein. Mit knapp 5000 Quadratmetern gab Limbrock die zu bebauende Fläche an, was etwa dem aktuellen Stand entspreche. Die Architektur solle norddeutscher Charakteristik entsprechen. Dazu kommen rund 2000 Quadratmeter Gewächshausfläche.

Laut den Projektplanern sind für die Realisierung des Konzepts keine Änderungen an Flächennutzungs- oder Bebauungsplänen vonnöten. Für das Gebiet sei eine landwirtschaftliche Nutzung ausgewiesen. Auf Nachfrage aus der Politik sagte Breimann, dass kein Hofcafé oder ähnliches geplant sei. Ein Einwurf, der auf das immer sensible Thema Verkehr zielte. Hierzu sei das Büro Argus, das Wedel in zahlreichen Projekten begleitet hat, beauftragt, ließen die Architekten wissen. Die produktionsbedingte An- und Ablieferung, soviel konnten die Planer bereits sagen, solle über den bestehenden Weg vom Hof zur Pinneberger Straße erfolgen, um den Bereich Moorweggebiet und Schulauer Moorweg von diesem Verkehr freizuhalten.

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