Gutachter will Pläne prüfen : Hafenhotel-Klage: Erste Annäherung in Wedel

Streitpunkt im Klageverfahren: Für das auf dem Hafenkopfplatz geplante Hotel soll der Flutschutz vorverlagert und in den Sockel des Neubaus integriert werden.
Streitpunkt im Klageverfahren: Für das auf dem Hafenkopfplatz geplante Hotel soll der Flutschutz vorverlagert und in den Sockel des Neubaus integriert werden.

Stadt und Gegenseite sprechen nach Treffen von konstruktiver Atmosphäre.

shz.de von
15. Juni 2018, 12:00 Uhr

Wedel | Annäherungen im Klageverfahren gegen den geplanten Hotelbau am Wedeler Hafenkopf: Nach einem ersten Treffen sprechen Verwaltung und Gegenpartei von einer konstruktiven Atmosphäre und haben direkt den nächsten Termin für Mitte Juli vereinbart. „Ich hoffe und gehe davon aus, dass wir zu einer vernünftigen Lösung kommen“, sagte Wedels Bürgermeister Niels Schmidt am Donnerstag auf Anfrage von shz.de.

Tieferer Einblick in die Planung

Von der Gegenseite klingt das so: „Wir konnten einen tieferen Einblick in die Planung erhalten. Diese wird nun von unserem Gutachter nochmals geprüft“, so Ursula Jöhnk. Die Geschäftsführerin der Elbhöfe GmbH hat gemeinsam mit dem Wedeler Unternehmer Heinrich Schneider eine Normenkontrollklage gegen den B-Plan für das Hafenhotel angestrengt (unserer Zeitung berichtete). Kritikpunkt ist die Hochwassersicherheit. Als Eigner von drei Grundstücken im Polder, dem Überflutungsgebiet unmittelbar im Hafenumfeld, fürchten die Elbhöfe GmbH und Schneider eine Verschlechterung des Flutschutzes durch den Hotelbau. Jöhnk stellt dabei noch einmal klar: „Wir wollen an einer konstruktiven Lösung mitarbeiten.“

Parallel läuft ein Klageverfahren gegen den Businesspark-B-Plan, bei dem sich die Stadt bereits auf dem Weg der Einigung wähnte, als der Streitpunkt Lärmemissionen vom Tisch war und dann weitere strittige Punkte zum Tragen kamen. Darauf angesprochen versichert Jöhnk: „Unser einziges Thema ist der Flutschutz. Wir werden nicht hinterher weitere Felder aufmachen.“ Was indes ebenfalls gewährleistet sein müsse, falls die Zweifel ausgeräumt werden können, sei eine Rechtssicherheit, dass die Planung auch verbindlich wie vorgelegt umgesetzt werde.

Risiko: Wirtschaftliche Schäden durch Hochwasser

Wie berichtet, kommt ein Gutachten, das Schneider und die Elbhöfe GmbH in Auftrag gegeben haben, zu dem Schluss, dass der Hotelbau zu einem erhöhten Risiko von wirtschaftlichen Schäden durch Hochwasser bis hin zu einer Gefährdung für Leib und Leben führt. Knackpunkt ist die geplante Verlegung des Hochwasserschutzes Richtung Süden durch Integration in den Sockel des Gebäudes. Dies bedeute statt der bisherigen durchgehenden Mauer neun Tore plus Fenster in der Hochwasserschutzanalage, die jeweils einzeln versagen könnten, so die Gutachter.

Laut Schmidt hätten einige Kritikpunkte bei dem ersten Treffen nach seiner Einschätzung bereits relativiert werden können. Der Verwaltungschef betont zudem noch einmal: Auch die Stadt werde keine Verschlechterung der Schutzsituation akzeptieren. Dies sei mit der vorgelegten Planung aus Sicht der Verwaltung jedoch auch nicht der Fall.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen