Wedel : Hafenbau „kein Fass ohne Boden“

Wedels Mega-Baustelle Schulauer Hafen: Auf Grund größerer Bodenbewegungen als kalkuliert wollen die Baufirmen Nachschlag.
Wedels Mega-Baustelle Schulauer Hafen: Auf Grund größerer Bodenbewegungen als kalkuliert wollen die Baufirmen Nachschlag.

Kostensteigerung ohne Ende? Schmidt im Gespräch.

shz.de von
21. Juni 2014, 10:00 Uhr

Wedel | Kostensteigerung und kein Ende? Erneut verteuert sich der Hafenbeckenumbau. Wie geht’s weiter mit Wedels Mega-Baustelle? Vier Fragen aus der Tageblatt-Redaktion an Bürgermeister Niels Schmidt.

Herr Schmidt, frühe Schätzungen lagen bei unter zehn Millionen Euro für den Hafen-Umbau. Mit 16,6 Millionen ist Wedel kurz vor Baustart in die Kalkulation gegangen. Jetzt liegen wir bei 19 Millionen Euro. Gibt es eine Schmerzgrenze oder gibt es wirklich kein Zurück?
Ein Zurück gibt es natürlich wirklich nicht, denn wir können keinen halbfertigen Stadthafen abliefern. Alle Einsparmöglichkeiten müssen mit dem Innenministerium abgestimmt werden, denn die städtebaulichen Ziele, die der Förderung zugrunde liegen, müssen erreicht werden, sonst würde eine Rückzahlung der Fördermittel drohen und das kann keiner wollen. Wir sind aber mit dem Innenministerium laufend im Gespräch, um uns darüber abzustimmen, wie wir in den weiteren Bauabschnitten durch Veränderungen Einsparpotenziale erschließen können. Es geht hier nicht um Verschlechterungen, sondern um Veränderungen. Eine absolute Schmerzgrenze kann ich heute nicht definieren, denn letztlich ist jede Kostensteigerung schmerzhaft. Klar ist aber, dass das Projekt kein Fass ohne Boden sein kann.

Sie sprachen jüngst von Einsparmöglichkeiten in den nächsten Bauabschnitten. Wie können die aussehen und was steht im Rahmen der Städtebau-Förderung denn eigentlich noch an?
Hinsichtlich der Öffnung der Hochwasserschutzanlage prüfen wir zurzeit – auch nach den Erfahrungen der letzten Sturmflut – Änderungen, die im Ergebnis mehr Sicherheit und weniger Kosten bedeuten würden. Auch bei den Kasematten denken wir über Reduzierungen und teilweise Alternativen nach, die auch Kosten einsparen könnten. In der Hafen-AG des Planungsausschusses haben wir bereits erste Überlegungen mit der Politik diskutiert.

Noch eine überholte frühe Zahl: Ursprünglich war die Rede von einem 20-Millionen-Euro-Rahmen für die gesamte Sanierungsmaßnahme – je nach Abschnitt mit 50-Prozent- bis Zwei-Drittel-Förderung. Diese Marke ist bereits mit Beckenfertigstellung erreicht. Gibt es neue Gesamtkosten-Prognosen?
Häufig erleben wir den Fluch der ersten Zahl, das heißt die ersten Zahlen, die in einem sehr frühen Beratungsstadium genannt werden und noch keine hohe Verbindlichkeit haben, bleiben im Gedächtnis und werden für Vergleiche herangezogen. Der Betrag von 20 Millionen beispielsweise, war eine grobe Schätzung bei Antragstellung für Fördermittel. Er beinhaltete für den Hafenumbau einen Betrag von 9,2 Millionen Euro. Diese groben Schätzungen waren aber nicht Entscheidungsgrundlage für den konkreten Projektstart und können jetzt auch nicht als Maßstab für die Kostensteigerung herangezogen werden. Wir sind ja jetzt gerade von der Politik gebeten worden, aktuelle Zahlen vorzulegen und die werden zurzeit erarbeitet. Ich bitte um Verständnis, dass wir diese Zahlen zuerst der Politik präsentieren, bevor dann natürlich auch die Medien die Zahlen erhalten.

Stichwort Hafentorplatz oder Vergabe des Hafenbetriebs: Kommt nicht auch wieder Geld rein durch den neuen Hafen? Und fließt das dann in Wedels Kassen oder zurück in die Fördertöpfe?
Alle Einnahmen fließen zu 100 Prozent zurück in das Treuhandvermögen, aus dem die Maßnahmen bezahlt werden, und davon profitiert die Stadt dann ja auch.
 

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