Hängepartie im Gnäterkuhlenweg

Verkehr Beschluss zu möglicher Beruhigung erst nach der Sommerpause

shz.de von
07. Juli 2017, 16:00 Uhr

Autofahrer, die auf dem Bürgersteig überholen oder die ihn als Fußgänger direkt neben seinem Wagen mit ihrem Fahrzeug von der Fahrbahn drängen, dazu durchweg zu hohe Geschwindigkeiten: Jörg Klatte bestätigte im Planungsausschuss, was seine Nachbarn aus dem Gnäterkuhlenweg jüngst öffentlich beklagten: Zustände, die Anwohner belasten oder gefährden und zeigen, dass die Anliegerstraße nahe der Hamburg-Grenze als Verbindung für Durchgangsverkehr genutzt, respektive missbraucht wird. „Ich bitte Sie, dass die Verhältnisse auf den eigentlichen Charakter der Straße zurückgeführt werden“, so Klatte, der sein Ansinnen mit einer Unterschriftenliste weiterer Anwohner unterstrich.

Mehr als ein erstes unvollständiges Meinungsbild bekam er indes nicht. Das irritierte Grünen-Fraktionschef Olaf Wuttke. „Ich vermisse eine Beschlussvorlage vor der Sommerpause“, so Wuttke Richtung Ordnungsamtsleiter Jürgen Brix. Der entgegnete: Zeitlich sei dies nicht möglich gewesen. Zudem seien verkehrsrechtliche Anordnungen Sache des Bürgermeisters und nicht der Politik. Auch daher nun zunächst ein Meinungsbild, so Brix.

Grundsätzlich habe die CDU Verständnis für die Anwohner, so Kay Burmester: „Die Fahrbahn wurde verengt, um den Verkehr zu verlangsamen. Das ist offensichtlich fehlgeschlagen.“ Die Straße erfülle eine Verkehrsfunktion, wenn auch schlecht, so der Christdemokrat. Dass die eingebauten Schikanen keine Beruhigung bringe, sei ihr schleierhaft, so Gudrun Nagel (WSI). Sie würde eine unechte Einbahnstraße mit Sperrung aus Richtung Pinneberger Straße, wie sie Anwohner fordern (wir berichteten), gutheißen.

Anders Manfred Eichhorn (SPD). „Wir sind gegen eine Schließung“, so der Sozialdemokrat. Es gebe kaum Verbindungen zwischen Hamburg und Wedel, daher müsse diese offen gehalten werden. Sonst würden rund 1000 Fahrzeuge mehr durch Autal, Moorweg oder Pinneberger Straße fahren. „Und dort wohnen sehr viel mehr Menschen als am Gnäterkuhlenweg“, so Eichhorn. Er sprach sich allerdings für eine Unterbindung des LKW-Verkehrs aus. Auch Linke-Vertreter Dieter Strüven positionierte sich gegen eine Verkehrsverlagerung durch Sperrungen.

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