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Wedel : Händels „Der Messias“ in der St.-Marien-Kirche

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Kammerchor und Kammerorchester: Gefeierte Aufführung von Händels „Der Messias“ in der Wedeler St.-Marien-Kirche.

shz.de von
erstellt am 31.Mär.2015 | 16:30 Uhr

Wedel | Es war ein großer Genuss, in den die Zuhörer in der voll besetzten Wedeler St.-Marien-Kirche kamen. Denn Hoffnung, Freude und Demut entfalteten sich überzeugend in hervorragend dargebotener Musik: Valeri Krivoborodov dirigierte gewohnt leichtfüßig und energiegeladen Georg Friedrich Händels „Der Messias“.

Das flotte Tempo und die gleichzeitig zurückgenommene Interpretation verliehen dem Oratorium sowohl hoffnungsvolle Beschwingtheit als auch gläubige Tiefe. An seinem wohl bekanntesten Werk hatte der Barockkomponist im Jahr 1741 nur 24 Tage gearbeitet. Vielleicht der Grund, warum die Musik wie aus einem beflügelten Guss wirkt.

Inhaltlich wird im ersten Teil des dreiteiligen Oratoriums von der Prophezeiung und Verkündigung erzählt, der Rettung der Menschheit durch den von Gott gesandten Messias. Jubilierend intonierte der ausgezeichnet gestimmte Kammerchor: „Er kommt, dein Gott, die Herrlichkeit des Herrn ist über dir erschienen.“ Und begleitet von Krivoborodovs großen, animierenden Bewegungen begrüßte er den Heiland mit Verve: „Wunderbar, Herrlicher, der starke Gott, der Ewigkeiten Vater und Friedefürst.“ Ein klangliches Strahlen erfüllte den Raum, als die Sopranistin Dorothee Fries sang „Erwach, frohlocke“. Hinreißend lebendig, perlend leicht. Liebevoll tröstend sang Karin Kunde mit ihrer warmen, vollen Altstimme anschließend die Arie „Er weidet seine Herde“.

Triumph des Christentums

Der zweite Teil beschreibt den Leidensweg, die Auferstehung und den Triumph des Christentums. „Halleluja, denn Gott, der Herr, regiert allmächtig“, schmetterte der Chor voller Inbrunst von Trompeten und kraftvollen Streichern begleitet. Joachim Duske verlieh den Tenorpartien eine bei aller kunstvollen Leichtigkeit mitfühlende Tiefe.

Die sichere Hoffnung bahnt sich ihren Weg im dritten Teil, der von der Wiederauferstehung und der Anbetung des Messias’ handelt. In der Arie „Ich weiß, dass mein Erlöser lebet“, erhob sich erneut zauberhaft der klare Sopran von Fries in den Kirchenraum. Mit ihrer ruhigen Linienführung und lyrischen Wärme übertrug sich eine fast spürbare Zuversicht aufs Publikum. Ein perfekter, bewegender Moment.

Der sonore Bass von Keno Brandt kam besonders gut in der Arie „Sie schallt, die Posaun“ zur Geltung. Dem Chor war die Freude an den schönen Harmonien deutlich anzumerken. Die ausgezeichnete Orchestereinstudierung hatte wie gewohnt Stefan Czermak übernommen. Unterstützt wurden die Wedeler Kammermusiker von den bekräftigenden und triumphierenden Einwürfen der Bläser der Hamburger Symphoniker.

Wie schon vergangenes Jahr bei Haydns „Schöpfung“ war dem Konzert eine kurzweilige Einführung in Leben und Werk des Komponisten Georg Friedrich Händel vorausgegangen. Darin ordneten die Musikwissenschaftler Anke Schmitt und James Lask das Werk ins Zeitgeschehen ein und vermittelten den Zuhörern einen anschaulichen Eindruck des damaligen Alltags.

Der Kammerchor sucht Verstärkung: Im November steht Carl Orffs „Carmina Burana“ in der Steinberghalle auf dem Programm. Wer Lust hat, ab 27. April in die Probenarbeit einzusteigen, kann sich bei Monika Thöm melden, Telefon 04103-87167.
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