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Wedel-Schulauer Tageblatt

20. August 2017 | 19:28 Uhr

Gut und günstig und vor dem Umbruch

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Regionalschule Moorrege wird nach 40 Jahren zu einer Gemeinschaftsschule

Die Regionalschule Moorrege (RegMo) hat einen guten Ruf bei den Eltern in der Region. So gut, dass die Hälfte der etwa 500 Schüler nicht aus den Schulträger-Gemeinden Moorrege, Heist, Haseldorf und Haselau kommen. In diesem Jahr feiert die Bildungseinrichtung ihr 40-jähriges Bestehen – und soll neu aufgestellt werden. Aus der Regionalschule soll nach dem Willen des Kieler Kultusministeriums eine Gemeinschaftsschule mit Ganztagsangebot werden. Gut für Kinder berufstätiger Eltern – finanziell schlecht für vier Dörfer. Denn sie werden vor ein Problem gestellt.


Niedrige Kosten, zufriedene Eltern


Die Landesregierung gibt nur Zuschüsse, wenn es ein Mittagstisch-Angebot gibt. Eine Mensa aber hat die kleine Dorfschule nicht. Dafür nach Architekten-Schätzung bereits jetzt einen Sanierungsstau in Höhe von etwa neun Millionen Euro, wie Rektorin Karen Frers in einem Gespräch mit dieser Zeitung betonte. Die „Kasseler- Modell-Schule“ habe eine Lebensdauer von 30 Jahren – ähnliche Bauten wurden bereits abgerissen. Aus ihrer Sicht ist ein Neubau sinnvoll – der aber würde 16 Millionen Euro kosten. Das Dilemma: Das Land hat keinen Topf mehr für Schulbauförderung.

Das Flachdachgebäude sei, so Frers, eine Energieschleuder. Flexible Raumgestaltung – die durch die Fertigbauweise seinerzeit erreicht werden sollte und nun für die neue Schulform auch dringend erforderlich wird – sei nicht mehr möglich und Bauteile müssten in teurer Sonderanfertigung bestellt werden.

Was auch immer beschlossen wird: Es kostet die vier Träger–Dörfer viel Geld. Städte und Gemeinden müssen für Kinder, die nicht in ihren Ortsgrenzen beschult werden, eine sogenannten Gastschulbeitrag zahlen. Während Hetlingen, Holm, Appen, Uetersen, Wedel, Pinneberg und Tornesch für ihre RegMo-Schüler pro Kopf nur 1200 Euro an den Schulverband bezahlen, müssen die vier Dörfer im Gegenzug deutlich tiefer in die Tasche greifen. In Wedel kostet es in einer Schule sogar mehr als dreimal so viel. „Trotz unserer guten Arbeit sind die Beträge bei uns beispiellos niedrig“, resümiert Frers.

Sollte es einen Neubau geben – wäre es dennoch eine hohe Belastung für die vier Kommunen. Denn sie könnten, so Frers, nur eine Investitionszulage in Höhe von 250 Euro weitergeben. Bisher wenden Haselau für 17 Kinder 32 000 Euro, Haseldorf 85 000 Euro für 57 Schüler, Heist 112 000 Euro für 72 Jungen und Mädchen und Moorrege 156 000 Euro für 108 Schüler auf.

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erstellt am 11.Jan.2014 | 16:00 Uhr

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