SPD Wedel : Gudrun Jungblut verlässt die Fraktion

(v.l.) Stephan Krüger (Die Linke), Astrid Sawatzky (Die Linke), Gudrun Jungblut (SPD).
(v.l.) Stephan Krüger (Die Linke), Astrid Sawatzky (Die Linke), Gudrun Jungblut (SPD).

Nur noch drei von elf Mandatsträgern der ersten Stunde im Rat. Stühlerücken auch bei der Linken.

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02. Juli 2014, 12:00 Uhr

Wedel | Die SPD Wedel kommt nicht zur Ruhe. Gerade erst haben sich die Wogen nach der Abspaltung von sechs Ratsmitgliedern der Sozialdemokraten mit Neugründung der WSI einigermaßen geglättet, da schmeißt eine weitere SPD-Mandatsträgerin hin: Gudrun Jungblut hat ihren Austritt aus der Fraktion erklärt. Damit bleiben dem Wahlsieger SPD gerade mal vier von ehemals elf Sitzen im Rat.

In einer Erklärung, die Jungblut zur morgigen Ratssitzung vorbereitet hat, ist die Rede von einem „giftigen Spalt-Pilz, der bei Aus- und Rücktritten dieser Legislaturperiode eine wesentliche Rolle gespielt hat.“ Konkreter wird Jungblut in der Begründung ihres Schrittes auch auf Tageblatt-Nachfrage nicht. Wörtlich heißt es jedoch weiter in dem Statement: „Ich bin über die Entwicklung in der Fraktion und meine gezogenen Konsequenzen sehr unglücklich und entschuldige mich bei den Wählern.“ Ihr Mandat will Jungblut nicht abgeben, sondern fraktionslos im Rat bleiben – „womit ein Weg zurück offen bleibt“, schreibt sie.

SPD-Fraktionsvorsitzende Sophia Jacobs-Emeis wollte den Schritt ihrer Genossin lediglich mit einem Satz kommentieren: „Die SPD hat Frau Jungbluts Austritt zur Kenntnis genommen und bedauert ihre Entscheidung.“ Die Frage, ob der Austritt wie im Falle der Ex-Genossen und jetzigen WSI-Mitglieder um Stadtpräsidentin Renate Palm und Ex-Fraktionschef Andreas Schnieber ebenfalls ein Parteiausschlussverfahren nach sich zieht, verneint Jacobs-Emeis: Als Fraktionslose könne Jungblut in der Partei bleiben. Anders die abtrünnigen sechs Fraktionsmitglieder, die eine eigene andere Fraktion gegründet haben. Nach Bundesstatuten der Partei bedeute dies den Ausschluss.

Der Austritt von Jungblut – ganz überraschend kommt er für Politik-Beobachter nicht. Die Ratsfrau hat mehr als einmal ihre ganz eigene Linie abseits der SPD-Position gefahren. Anlässlich eines Redebeitrags von Jungblut während der jüngsten Awo-Jahreshauptversammlung hatte sich Jacobs-Emeis zudem im Namen von Fraktion und Partei öffentlich von Inhalt und Auftreten Jungbluts distanziert (wir berichteten).

Stühlerücken auch bei Wedels Linken: Nach monatelanger Absenz aus gesundheitlichen Gründen hat Fraktionschefin Astrid Sawatzky jetzt entschieden, ihr Mandat abzugeben. Ihr Nachfolger im Rat und an der Fraktionsspitze ist Detlef Murphy. Montagabend hat zudem auch der zweite Linke-Mandatsträger seinen Rückzug angekündet: Stephan Krüger zieht es aus privaten Gründen nach Bayern. Im September rückt für ihn Johannes Schneider nach.

Krüger wie Sawatzky waren die exponierten Vertreter und führenden Köpfe der ersten Stunde der Fraktion. Mit einem Ergebnis von 8,8 Prozent zogen sie gemeinsam mit dem inzwischen ausgeschiedenen Knut Persson 2008 erstmals in den Rat ein und schafften mit 6,9 Prozent 2013 auch die Wiederwahl.

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