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Wohnungsbau : Grundsatz: Politik will Wedel Nord

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Klares Signal für Wedel Nord: Alle Fraktionen sprachen sich grundsätzlich für eine Realisierung des Mega-Wohnungsbaugebiets aus. Neuste Pläne sehen einen abschnittweisen Bau vor.

Wedel | Es gab keine Beschlüsse im jüngsten Planungsausschuss am Dienstagabend, dafür aber ein klares Signal: Wedels Politik will Wedel Nord. Alle Fraktionen brachten eine positive Grundhaltung zu dem gigantischen Wohnbauprojekt im Altstadtnorden zum Ausdruck – und machten gleichzeitig deutlich, dass diese Zustimmung nicht bedingungslos ist. Zudem zeichnete sich eine breite Mehrheit für die kleine Variante mit 900 bis 1100 Wohneinheiten ab. Und auch eine Erschließung über die Nordumfahrungstrasse könnte doch noch mehrheitsfähig werden. Auch wenn SPD und WSI noch mindestens mit der Begrifflichkeit hadern und die Grünen davor warnen, den neuen Stadtteil zum grünen Norden hin komplett durch eine vielbefahrene durchgängige Straße abzuschotten.

Startschuss soll im Nordosten zwischen Steinberg und Bündtwiete sein

Varianten zwischen 900 und 1300 Wohnungen hatte der Elmshorner Bauriese Semmelhaack als interessierter Investor zuletzt für die rund 54 Hektar zwischen Steinberg und Holmer Straße vorgestellt, zu realisieren möglichst in einem Rutsch. Ende vergangener Woche nun hat Projektplaner Hartmut Thede nun Konzepte für eine abschnittsweise Realisierung vorgestellt. Startschuss soll demnach im Nordosten zwischen Steinberg und Bündtwiete sein, wo Semmelhaack bereits die Hand auf den Grundstücken hat und ein Teil der Fläche der Stadt gehört. Zielvorgabe: rund 350 Wohneinheiten auf rund einem Drittel der Gesamtfläche.

Eine Option, die die FDP dezidiert begrüßte. „Wir haben lang genug diskutiert, wir sollten anfangen“, so Martin Schumachers Appell für die Liberalen. Die Stadt solle alle Vorbereitungen für einen B-Plan treffen, die Fläche an Semmelhaack verkaufen sowie Verhandlungen für einen städtebaulichen Vertrag über Infrastrukturleistungen seitens des Investors und über Vereinbarungen beginnen, um etwa Belastungen für den Haushalt gering zu halten. Zudem soll die Erschließungsstraße auf der Nordumfahrungstrasse als verkehrliche Lösung dienen und die Kosten für die jeweils erforderlichen Teilstücke dem Investor auferlegt werden.

Große Lösung nicht mehrheitsfähig

Dieses Tempo wollten nicht alle Fraktionen mitgehen. Dieter Strüven (Linke) wollte ebenfalls „möglichst schnell“ nicht nur mit einem Teil, sondern den Gesamtentwurf Wedel Nord angegangen wissen. Auch er will den Investor für die Finanzierung der Erschließungsstraße in die Pflicht nehmen, und die solle im Bundesstraßenstandard realisiert werden. Die CDU schließlich nannte die Nordtangente eine zwingende Voraussetzung für Wedel Nord respektive die Zustimmung der Christdemokraten. Dies entspreche auch dem Bürgerwillen, sagte Kay Burmester mit Verweis auf das Forum zum Thema mit gut 400 Teilnehmern im vergangenen Sommer. „Wir brauchen Wedel Nord“, sagte er. Die CDU bevorzuge klar die gen 900 Wohneinheiten tendierende Variante.

Die Grünen votierten dafür, Wedel Nord „unter bestimmten Bedingungen auf jeden Fall zu bauen“, erklärte Fraktionschef Olaf Wuttke. Sie Stadt solle jedoch im Gespräch mit dem Investor darauf hinwirken, dass die 30-Prozent-Klausel für den Sozialwohnungsbau bezogen auf das Gesamtgebiet eingehalten werde.

SPD warnt vor „Schnelligkeit vor Genauigkeit“

Darauf pochte auch Ingrid Paradies (WSI) – und auf kleinteilige Lösungen. Die große Variante werde ihre Partei „auf keinen Fall mittragen“. Für die SPD warnte Rüdiger Fölske davor, „Schnelligkeit vor Genauigkeit“ walten zu lassen. Die Grundhaltung der SPD sei positiv, aber der Entscheidungsprozess müsse kontrolliert ablaufen. So müsse auch bei der schrittweisen Realisierung klar sein, wie der Endzustand aussehen soll. Fölskes Genosse Manfred Eichhorn stellte klar: „Für eine Umgehungsstraße darf es kein Geld aus dem Stadtsäckel geben.“

Schumacher regte an, in der AG Wedel Nord in der kommenden Woche zumindest schon einen Grundsatzbeschluss für Wedel Nord vorzubereiten.

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erstellt am 09.Feb.2017 | 12:00 Uhr

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