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Wedel-Schulauer Tageblatt

27. Juni 2017 | 11:00 Uhr

Grünes Licht für den Gemeinderat

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Kunstrasen-ProjektZähes Ringen um die 250 000-Euro-Investition des HMTV / Weitere Steuererhöhung befürchtet

Robert Wieber, Vorsitzender des Hetlinger Männerturnvereins (HMTV), und Michael Kirmse, Chef der HMTV-Fußballabteilung, strahlten vor Glück: Am Donnerstagabend nahm das von ihnen ins Rennen gebrachte Kunstrasenprojekt während einer gemeinsamen Sitzung des Sport-, Kultur und Umweltausschusses, des Bauausschusses und des Finanzausschusses die erste Hürde. Dem Gemeinderat wurde mit Stimmen der CDU gegen die der Freien Wahlgemeinschaft vom Finanzausschuss empfohlen, dem Bau eines 23 mal 47 Meter großen Kleinspielfelds für etwa 250  000 Euro zuzustimmen.

Ursprünglich war geplant, das Deichstadion mit Kunstrasen auszustatten. Kosten: eine Dreiviertelmillion Euro (unsere Zeitung berichtete). Doch die Hetlinger Gemeindekasse ist leer. Deshalb wurde umgeplant. Auf der, so Kirmse, minimalsten Lösung können bis zu 25 Fußballer trainieren.

Weil für die benötigten Zuschüsse bis zum 1. August Anträge gestellt werden müssen, drängt die Zeit. Laut Finanzierungsmodell des HMTV sollen Land und Kreis je 50  000 Euro zuschießen, die Gemeinde Hetlingen 75  000 Euro, mindestens 50  000 Euro, und der HMTV 75  000 Euro, maximal 100  000 Euro. Doch wie die tatsächlichen Kosten sind, kann vor einer Ausschreibung niemand sagen.

Während der Sitzung gab es dann auch zahlreiche Fragen und Wortbeiträge – auch von Bürgern, wie Helmut Gröne. „Wir haben heute eine Beerdigungsveranstaltung“, sagte er. Denn der Kreis habe bereits signalisiert, dass sich Hetlingen keine weitere Verschuldung leisten könne (unsere Zeitung berichtete). An die Gemeindevertreter stellte er die Frage: „Wollt ihr die Grundsteuer nochmal erhöhen?“ Es treffe Leute, die mit dem Projekt nichts zu tun haben. „Wollt ihr Rentner und Geringverdiener für so einen Quatsch zur Kasse bitten“, sagte er. Die Grundsteuer B ist mit 450 Prozentpunkten eine der Höchsten in Schleswig-Holstein. Und kündigte an, die Satzung des HMTV prüfen zu lassen. Denn der stehe letztendlich in der Pflicht, nicht die Fußballsparte und die Floorballer, die pro Jahr durch Sonderbeiträge in Höhe von insgesamt 5000 Euro ihren Beitrag als Nutznießer leisten wollen. Dem schloss sich auch FW-Fraktionschef Michael Rahn an: „Wir machen es mit dem HMTV, nicht mit einer Sparte.“


TSV Holm bügelt Kooperation ab


CDU-Vizefraktionschef Matthias Strauch hofft, dass Wieber Rückendeckung vom Gesamtverein hat. Auch er lobte das Engagement der Akteure, plädierte aber für eine zwei- bis dreijährige Zurückstellung des Projekts. Als dienstältester Gemeindevertreter merkte er an, dass er auch Zeiten erlebt habe, in der Fußball in Hetlingen kaum eine Rolle gespielt habe. „Ich hoffe, dass das nicht wieder kommt“, sagte Strauch in Hinblick auf die 20 Jahre angelegte Finanzierungslaufzeit. Er regte an, mit Holm und Haseldorf gemeinsam eine Riesenanlage zu bauen. Holm und Hetlingen könnten das durch den Verkauf der alten Plätze als Bauland finanzieren.

Diese Idee fand bei Detlev Brüggemann, Vize-Chef des Kreissportverbands (KSV) und als Berater in Sachen Projektrealisierung ins Boot geholt, keinen fruchtbaren Boden. „Wir wissen doch, wie schwer es ist, Nachbarn zusammenzubringen.“ Die Ablehnung der Kommunalaufsicht des Kreises, einer weiteren Verschuldung Hetlingens zuzustimmen, wischte Brüggemann, der von Beruf Leitender Verwaltungsbeamter des Amts Pinnau ist, vom Tisch. Da sei nur das Verhandlungsgeschick von Bürgermeisterin Monika Riekhof (CDU) gefragt. Rahn positionierte sich als Sparkommissar. Er habe bei der Verwaltung nachgefragt, Hetlingen habe ein Defizit von mehr als einer Million Euro. Dieses werde sich verdoppeln. „Ich finde Sport wichtig, aber es ist freiwillig, wir werden diese Bürgschaft nicht aufnehmen können, das haben wir schriftlich“, sagte er.

Bezüglich einer Kooperation mit dem TSV Holm sagte Kirmse über ein vor vier Monaten geführtes Gespräch: „Die Idee ist dort abgebügelt worden, die haben dort viel Platz im Moment.“ Wie berichtet, hat es eine Spaltung der TSV-Fußballabteilung gegeben, die zur Gründung eines neuen Fußballvereins führte.

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