Wedel : Grüner Neujahrsempfang im Reepschlägerhaus

Berührte mit ihren Liedern: Katja Kaye.
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Berührte mit ihren Liedern: Katja Kaye.

Die Veranstaltung stand unter den Eindrücken des Terroranschlags von Paris.

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19. Januar 2015, 17:00 Uhr

Wedel | Der Terror-Anschlag von Paris bewegt immer noch die Menschen. Insofern war es gut, dass die Grünen ihren diesjährigen Jahresempfang mit musikalischer Begleitung im Reepschlägerhaus stattfinden ließen. Dazu hatte Ortsverbandssprecherin Karin Holzapfel die Wedeler Singer-Songwriterin Katja Kaye gewinnen können, zwischen den Grußworten Songs zu ihrer Nashville-Gitarre darzubieten. Die gleich zu Beginn des Empfangs von Holzapfel ausgesprochene Losung „Der Islam gehört zu Wedel“ wurde mehr oder minder von allen Rednern aufgegriffen und mit eigenen Inhalten gefüllt.

So erinnerte Kreisverbandssprecher Achim Diekmann an das Alte Testament und die Ursprünge der unterschiedlichen Religionen. „Auch wenn die Namen variieren, glauben doch alle an denselben Gott“, so der bekennende Atheist.

Auch die Kieler Landtagsfraktionsvorsitzende Erika von Kalben war sichtlich berührt von den Ereignissen der vergangenen Wochen und wies darauf hin, dass es auch in Schleswig-Holstein Bestrebungen rechter Kräfte gäbe, eine islamfeindliche Bewegung zum Laufen zu bringen. „Da bin ich für klare Kante und ein deutliches Nein“, so die Sprecherin des Kieler Landtags für Migration, Demografie, Religion und Ehrenamt. Sie plädierte für weiterhin Weltoffenheit in Schleswig-Holstein.

„Was ihr hier in Wedel in Bezug auf die Flüchtlingsunterbringung auf die Beine stellt, ist beispielhaft“, lobte Valerie Wilms ihre Parteifreunde vor Ort. Die Bundestagsabgeordnete sprach sich in einem sehr emotionalen Plädoyer dafür aus, die Show-Kämpfe in der Politik untereinander sein zu lassen. Statt auf die Ergebnisse bei den nächsten Wahlen zu schielen, solle mehr auf die Bedürfnisse der Menschen eingegangen werden. Wilms zitierte Baden-Württembergs grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, der sich wünschte, mehr in die Menschen hineinzuhören. Es brauche mehr neuer Ideen und Visionen, um die Verkrustungen in der Politik aufzubrechen und die Menschen endlich wieder zu erreichen.

Über den Tellerrand zu schauen sei auch der Plan von Olaf Wuttke: Der neue Wedeler Fraktionsvorsitzende hatte zu diesem Anlass Parteifreunde aus Altona eingeladen, um mit ihnen grenzüberschreitende Themen wie Kraftwerks-Initiative und Business-Park anzusprechen. Als letztes wurde des im vergangenen Jahr verstorbenen Parteifreundes Michael Dege mit einer Schweigeminute gedacht.

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