Hafen Wedel wird teurer : Grüne wollen die Kosten deckeln

Wedels Mega-Baustelle Schulauer Hafen: Auf Grund größerer Bodenbewegungen als kalkuliert wollen die Baufirmen Nachschlag.
Wedels Mega-Baustelle Schulauer Hafen: Auf Grund größerer Bodenbewegungen als kalkuliert wollen die Baufirmen Nachschlag.

Jetzt sind es schon 19 Millionen: Erneute Verteuerung des Umbaus um bis zu 600.000 Euro. Wuttke: „Wir erwarten einen Ausstiegsplan“.

shz.de von
19. Juni 2014, 10:00 Uhr

Wedel | Und wieder wird’s teurer: Auf Anfrage der Linken musste Bauamtsleiter Klaus Lieberknecht Dienstagabend im Planungsausschuss berichten, dass es beim Hafenumbau erneut eine Kostensteigerung gegeben hat. Grund sind umfangreichere Erd- und Aushub-Bewegungen als ursprünglich kalkuliert. Nachforderung der Baufirma für diesen Posten: 590.000 Euro. Mit den aktuellen Nachträgen kommt Wedel damit auf nunmehr gut 19 Millionen Euro für den Hafenbecken-Neubau rund drei Millionen Euro mehr als in der bereits nach oben korrigierten Ausgangskalkulation zu Beginn der Arbeiten.

Zwar erklärte Lieberknecht, er gehe nicht davon aus, dass Wedel nicht in voller Höhe für die Kostensteigerung aufkommen muss. Zudem erinnerte der Baumamtschef daran, dass auch für solche Eventualitäten die Zwei-Drittel-Förderung gilt. Den Grünen war dieser Hinweis indes nicht genug. „Das bedeutet andersherum, wir müssen ein Drittel zahlen, also mittlerweile wieder eine Million Euro mehr als geplant“, so Olaf Wuttke, stellvertretender Grünen-Fraktionssprecher: „Das kann nicht unendlich so weitergehen.“

Wuttkes Forderung: „Wir erwarten einen Abspeck- oder Ausstiegsplan, eine Deadline, bei der Schluss ist.“ Zumal erneut Haushaltsberatungen unter Sparzwang anstünden. Die Stadt sei sich der Problematik sehr wohl bewusst, so Bürgermeister Niels Schmidt: „Und wir sind uns einig: Das ist keine Maßnahme, die nach oben offen ist.“ Wedel könne jedoch nicht einfach aufhören und aussteigen – auch weil sonst die bereits geflossenen Fördermittel zurückgezahlt werden müssten. Wichtig sei daher nun der Blick auf das Gesamt-Budget. Da der Hafenumbau deutlich teurer sei als geplant, müsse in den weiteren Bauabschnitten – etwa beim Hochwasserschutz – abgespeckt werden.

Auch in puncto Hafenbetrieb gibt es weiter keine Positiv-Meldungen. Nachdem die Ausschreibung nicht zum Erfolg geführt habe (wir berichteten), verhandle Wedel jetzt freihändig mit möglichen Betreibern, so Lieberknecht. Führt dies nicht zum Erfolg, gibt es eine weitere Ausschreibungsrunde.

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