Grüne: Nordmark soll bauen

3: Jochen Kuik, Jahrgang 1958, Sozialpädagoge
3: Jochen Kuik, Jahrgang 1958, Sozialpädagoge

Arbeitsplätze für Moorreger sichern

shz.de von
05. September 2018, 16:00 Uhr

Die Wellen wegen der Erweiterungspläne der Nordmark auf Moorreger Gebiet schlagen weiter hoch. Nun melden sich auch die Moorreger Grünen zu Wort, die seit der Kommunalwahl im Mai gemeinsam mit der CDU-Mehrheitsfraktion regieren. Sie üben im Vorfeld der heutigen Sitzung des Bau- und Umweltausschusses den Schulterschluss mit den Christdemokraten und zeigen kein Verständnis für den angeschlagenen Ton seitens der neu im Rat vertretenen Freien Wählergemeinschaft Moorrege (FWM).

In einer Erklärung nimmt Vize-Fraktionschef Jochen Kuik (Foto) Stellung zum Thema. „Wenn Anwohner des Werftweges Gesprächsangebote seitens des Bürgermeisters nicht wahrnehmen, wird es schwierig mit der Verständigung. Auch wird eine Verständigung schwierig, wenn man dabei Gesprächsbereitschaft behauptet, aber gleichzeitig androht, dass es nicht bei freundlichen Worten bleiben werde“, meint Kuik.

Den Freien Wählern wirft der Grünen-Politiker Schwarzmalerei vor, wenn von einer „schwarzen Wand“ gesprochen wird, die von der Nordmark vor den Anliegern des Werftwegs aufgebaut wird. Dabei hätte es so einfach sein können, sagt Kuik. Es gab und gäbe immer Gesprächsbereitschaft, sowohl seitens des Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (CDU), als auch der Grünen. Nach dem Studium der Pläne habe ein Ortstermin stattgefunden, bei dem Vertreter der Nordmark Details erläutert hätten. „Zu diesem Termin, zu dem sie ausdrücklich eingeladen waren, sind die Anwohner nicht erschienen“, betont Kuik.

Die Nordmark will ihre erfolgreiche Produktion im Bereich der Schlangenfarm dadurch ausbauen, dass die Verwaltungsräume aus der bestehenden Halle ausgelagert werden, um in der Halle mehr Platz für die Produktion zu bekommen, heißt es in der Erklärung. Dazu soll ein Verwaltungsgebäude errichtet werden. Auf dem Gelände der Firma stehe an anderer Stelle bereits eins. Kuik: „Das ist hell und freundlich.“ Es werde also ein zusätzliches Verwaltungsgebäude geben, das innerhalb eines Baufensters von 60 Metern erbaut werden kann, so der Grünen-Vertreter. Kuik: „Die Verkürzung des Baufensters auf 60  Meter war übrigens der Kompromiss, den die Grünen bei dem Termin mit Verwaltung und Bürgermeister ausgehandelt haben.“ Schon vorher hätten sie Wert darauf gelegt, dass eventueller Lkw-Verkehr zu der Nordmark über die Zufahrt erfolgt, über die auch der Discounter Lidl an die Bundesstraße 431 angebunden ist. „Die Grünen tun also etwas für die Anwohner“, betont Kuik.


Großer Arbeitgeber für die Region

Aber es geht nicht nur um die Anwohner, heißt es in der Erklärung weiter. Die Nordmark sei ein großer Arbeitgeber in der Region, der sich als mittelständisches, inhabergeführtes Unternehmen erfreulich abhebe von börsennotierten Unternehmen, bei denen unternehmerische Entscheidungen manchmal in kaum nachvollziehbarer Weise von Aktienkursen und der Höhe der Rendite gesteuert werden. Nordmark biete Arbeitsplätze für Moorreger Bürger und zahle Steuern, mit denen beispielsweise die neu zu errichtenden Kita-Plätze mitfinanziert werden können. Zudem sieht Kuik einen weiteren Vorteil: „Die Firma Nordmark macht keinen Lärm, stinkt nicht, hat keine umweltgefährdenden Emissionen.“

Die Grünen zeigen indes auch Verständnis für Anwohnerbedenken. „Natürlich lösen Veränderungen bei Menschen Ängste aus“, weiß Kuik. Nach Einschätzung seiner Partei seien die langfristigen Veränderungen für die Anwohner des Werftwegs eher gering und zudem zumutbar. Kuik: „Die Wohnqualität im Werftweg wird auch nach der Errichtung des Verwaltungsgebäudes überdurchschnittlich hoch sein, und die Gemeinde Moorrege stützt die heimische Wirtschaft.“

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