Disco-Brandstiftung : Großfeuer in Wedeler Gewerbekomplex: Verdächtige vor Gericht

Der Gebäudekomplex wurde bei dem Feuer total zerstört.

Der Gebäudekomplex wurde bei dem Feuer total zerstört.

Angeklagt sind zwei mutmaßliche Feuerleger und ihr Auftraggeber. Sie erwarten Haftstrafen von bis zu 15 Jahren.

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05. April 2018, 10:00 Uhr

Wedel | 180 Feuerwehrkräfte hatten gegen die Flammen gekämpft. Es half nichts: Am Ende des Himmelfahrtstags 2017 war der gesamte Disco- und Gewerbekomplex an der Rissener Straße in Wedel zerstört. Knapp ein Jahr später startet jetzt der Prozess gegen drei Männer. Die Anklage: Brandstiftung und Versicherungsbetrug.

Wie berichtet, war das Gebäude, das unter anderem lange Jahre die Großraumdisco „Maxx“ beherbergte, am 25. Mai 2017 in Flammen aufgegangen. Seitdem ist auf dem Areal neben dem Famila-Markt nur noch eine Brandruine zu sehen. Ende des Jahres waren die mutmaßlichen Brandstifter und ihr Auftraggeber festgenommen worden. Nach Informationen unserer Zeitung hatte der 37 Jahre alte Betreiber einer Disco in dem niedergebrannten Komplex das Feuer in Auftrag gegeben, um dann bei seiner Versicherung abzukassieren.

Prozessauftakt am 16. April

Prozessauftakt ist am 16. April vor dem Landgericht Itzehoe. Wie Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow mitteilte, muss sich der 37-Jährige   wegen Anstiftung zu einer besonders schweren Brandstiftung und versuchtem Versicherungsbetrug verantworten. Die beiden weiteren Angeklagten – 38 und 36 Jahre alt – stehen wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung vor Gericht. Laut Anklageschrift hatte der 37-Jährige seinen beiden Mittätern einen fünfstelligen Eurobetrag angeboten, wenn sie den Komplex anzünden. Die beiden sollen dann zunächst in dem Gebäude randaliert haben – in der Anklageschrift heißt es dazu, „sie kreierten ein Verwüstungsbild“. Anschließend sollen sie dann Feuer gelegt und dafür gesorgt haben, dass der Komplex komplett niederbrannte.

Mit einem schnellen Urteil rechnet das Landgericht offenbar nicht: Es sind Verhandlungstage bis in den Juni angesetzt. Den Angeklagten droht jeweils eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren.

Dass bei dem Brand niemand verletzt wurde, grenzt an ein Wunder: Erst neun Stunden nach Ausbruch des Feuers waren zwei vietnamesische Köche aus dem Gebäude gerettet worden. Sie hatten sich im Untergeschoss verschanzt. Erst als sie vermisst gemeldet wurden, konnten sie schließlich aufgespürt werden. Wie sich herausstellte, hatte einer der Männer keine Aufenthaltsgenehmigung.

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